Schneechaos in Oberösterreich: 13.000 Haushalte ohne Strom, Autobahnen gesperrt

Unvorsichtige Fahrer: Warnschild aus Weg geräumt Nachschauen: Das Wetter in den kommenden Tagen!

Oberösterreich wird von heftigen Schneefällen heimgesucht. Zahlreiche Straßen, darunter die A8, mussten gesperrt werden. In rund 13.000 Haushalten, vor allem im Innviertel und im Ennstal, kam es zu Stromausfällen. Die Energie AG geht den ganzen Tag über von einer "schwierigen Situation" aus. Auch im benachbarten Bayern hatten Tausende Menschen keinen Strom. Zu erhöhter Lawinengefahr in Folge der großen Neuschneemengen kommt es in der Steiermark und in Tirol.

In Altschwendt (Bezirk Schärding) konnte bereits Montagabend eine 54-jährige Pkw-Lenkerin einem umgestürzten Baum nicht mehr ausweichen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde sie verletzt. Mehr Glück hatte am Nachmittag ein Skifahrer am Krippenstein: Er wurde beim Abgang einer Lawine zum Teil verschüttet und konnte sich aus eigener Kraft unversehrt befreien.

Lawinengefahr und Straßensperren
Die A8, die Innkreisautobahn, sowie mehrere Landes- und Bundesstraßen mussten - u.a. wegen umgestürzter Bäume oder Lawinengefahr - abschnittsweise gesperrt werden. Zwischen Hallstatt und Obertraun (Bezirk Gmunden) beispielsweise gab es nur Bahnverkehr. Die Feuerwehren standen im ganzen Bundesland im Dauereinsatz.

Schneeglätte auf Westautobahn
Auch auf der gesamten Westautobahn (A1) in Oberösterreich kam es auf Grund von Schneeglätte immer wieder zu Behinderungen, berichtete der ÖAMTC. Im Bereich von Allhaming (Bezirk Linz-Land) musste ein Schwerfahrzeug geborgen werden, zwischen Mondsee (Bezirk Vöcklabruck) und Thalgau in Salzburg ereigneten sich ein Lkw-Unfall und mehrere Pkw-Zusammenstöße.

Lenker räumten Fahrverbotsschilder aus dem Weg!
Manche Lenker hätten sich und andere auch bewusst in große Gefahr gebracht, berichtete das ORF-Radio Oberösterreich: Die Straßenmeisterei Bad Leonfelden habe gemeldet, dass Autofahrer einige Fahrverbotsschilder und Sperrgitter zur Seite geräumt hätten.

Verkehrsunfälle und Stromausfälle in NÖ
Die heftigen Schneefälle haben auch in weiten Teilen Niederösterreichs zu Straßensperren und Unfällen geführt. Seit Montag waren Niederösterreichs Feuerwehren rund 400 Mal im Einsatz. Umstürzende Bäume sorgten zudem für Stromausfälle, insgesamt waren rund 8.000 Haushalte betroffen. Ein spektakulärer Unfall ereignete sich in Gaming: Dabei "durchbohrte" am Dienstag ein abgebrochener Baum ein Möbelhaus.

Von den Stromausfällen waren vor allem die Regionen rund um die Bucklige Welt, dem Alpenvorland und im Kamptal betroffen. Bäume stürzten unter der Schneelast immer wieder auf Strommasten und legten diese lahm. "Insgesamt sind rund 8.000 Haushalte betroffen, an der Behebung des Schadens wird fieberhaft gearbeitet", teilte Stefan Zach von der EVN mit. Wann die Betroffenen wieder mit Strom versorgt werden, war vorerst nicht bekannt.

Große Lawinengefahr in der Steiermark
Erhebliche bis große Lawinengefahr der Warnstufen 2 bis 4 herrscht in der Obersteiermark. Wie es vom Lawinenwarndienst der ZAMG hieß, seien Selbstauslösungen in Steilhängen wahrscheinlich. Mit der leichten Erwärmung können auch in den tiefen Lagen Lawinenabgänge auf flacheren Hängen nicht ausgeschlossen werden. Insgesamt wurde das Wetter von Schnee- und Regenschauern bestimmt, im Verkehr wurden - abgesehen von den Wintersperren und der Kettenpflicht auf Bergstraßen - keine wesentlichen Behinderungen gemeldet.

Bis zu 50 cm Neuschnee erwartet
Ein Tief über Sardinien bestimmte laut Arnold Studeregger von der ZAMG weiter das Wettergeschehen in der Steiermark und sorgte im Norden des Bundeslandes für Schneefall. Bis Mittwoch früh werden in den Hochlagen abermals 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee erwartet. Konträr die Lage in den südlichen Landesteilen: Südlich der Mur-Mürz-Furche kommt Fön auf und auch mit sonnigen Abschnitten wurde gerechnet. Die Tageshöchstwerte bewegen sich deutlich in die Plus-Grade. Eine Entspannung der Lawinengefahr in den Nordalpen wurde von Studeregger für Donnerstag erwartet.

Spontane Abgänge in Tirol möglich
In den neuschneereichen Regionen Tirols hat am Dienstag zum Teil große Lawinengefahr bestanden. Vor allem in tiefen und mittleren Lagen könnten Lawinen spontan abgehen, warnten die Experten. Zu größeren Problemen im Straßenverkehr kam es vorerst nicht.

Verbreitet gab es erhebliche Lawinengefahr. Die Hauptgefahr gehe sowohl von frischen als auch von älteren Triebschneeansammlungen aus. Ein Schneebrett könne schon durch einen einzelnen Wintersportler ausgelöst werden, hieß es beim Lawinenwarndienst.

Wiener Außenbezirke eingeschneit
In Wien waren in der Nacht vor allem die Außenbezirke und Höhenlagen von Schneefällen betroffen. Der Winterdienst der MA 48 war laut einer Rathaus-Aussendung mit rund 1.000 Personen und zahlreichen Streu- und Räumfahrzeugen im Einsatz. Eher regnerisch waren die Verhältnisse im innerstädtischen Bereich. Die Folge: Autofahrer - und vor allem Fußgänger und Radfahrer - mussten mit Schneematsch kämpfen.

Viel Neuschnee in Kärnten
In Kärnten wurde nach den heftigen Schneefällen der vorangangenen Tage erhebliche Lawinengefahr gemeldet, in höher gelegenen Lagen entlang der südlichen Landesgrenze sowie der Hohen Tauern wurde die Gefahr sogar als "groß" - also Stufe vier auf der fünfteiligen Skala - eingeschätzt. Am Mittwoch sollte sich nichts Wesentliches ändern.

Tausende Menschen in Bayern ohne Strom
Nach den massiven Neuschneefällen ist bei 12.000 Haushalten in Bayern zeitweise der Strom ausgefallen. Im südlichen Oberbayern sei die Stromversorgung am Montag teilweise längerfristig ausgefallen, teilte E.ON Bayern am Dienstag mit. "Störungsursache waren immer Bäume, die dem Schneedruck nicht standhielten und in Mittelspannungs-Freileitungen stürzten."

(apa/red)