Schlecker von

Gute Chancen für Fortbestehen

Bei Schlecker Österreich gibt es einen Silberstreif am Horizont.

Schlecker - Gute Chancen für Fortbestehen © Bild: APA/DPA/Hiekel

Der Insolvenzverwalter führt "enge Gespräche" mit zwei Investoren. Er sieht deshalb gute Chancen für das Fortbestehen von Schlecker Österreich. Ein Lichtblick ist auch, dass die Gehälter und Urlaubsgelder pünktlich gezahlt wurden.

Es gebe noch Gespräche, ob es einen Weg gibt, die Insolvenz zu vermeiden. Es könne aber durchaus sein, dass über die Anton Schlecker GmbH in Österreich kurzfristig ein Insolvenzverfahren beantragt werde.

Der Insolvenzverwalter führt "enge Gespräche" mit zwei Investoren. Der Insolvenzverwalter sieht gute Chancen für das Fortbestehen von Schlecker Österreich. Ein Lichtblick ist auch, dass die Gehälter und Urlaubsgelder pünktlich gezahlt wurden.

Im Ringen um die Rettung von Schlecker Österreich versuchen alle Beteiligten noch ein letztes Mal positive Stimmung zu machen, bevor nächste Woche das Schicksal endgültig besiegelt wird. Immerhin geht es um die Arbeitsplätze von rund 3.000 Menschen. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ließ gestern Abend ein Statement veröffentlichen, in dem von "erfolgversprechenden Investorengesprächen für Schlecker Österreich" die Rede ist. Es gäbe gute Chancen für das Fortbestehen mit einem Investor, heißt es da.

Man arbeite mit Hochdruck an der Abkoppelung von der Muttergesellschaft in Deutschland, die bereits dicht gemacht hat. Schlecker-Österreich-Anwalt Klaus-Ferdinand Lughofer betonte in den vergangenen Wochen immer wieder, dass Österreich selbstständig agiere und beim Wareneinkauf längst nicht mehr von Deutschland abhängig sei. Er sprach schon vor längerer Zeit davon, dass die Österreich-Tochter auch allein lebensfähig sei - was von vielen Seiten bezweifelt wurde und wird.

Gehälter bezahlt
Geiwitz bestätigte, dass er mit zwei Investoren "enge Gespräche" führe, die Schlecker Österreich als Ganzes erhalten wollen. Er befinde sich mit beiden in der Due-Dilligence-Phase. Es werde Einsicht in alle geschäftsrelevanten Unterlagen gewährt.

Schlecker-Österreich-Betriebsratsvorsitzende Eszter Udvardy zeigte sich in einer der APA übermittelten schriftlichen Stellungnahme "sehr erleichtert, dass entgegen der öffentlichen Spekulationen die Gehälter und Urlaubsgelder pünktlich zur Auszahlung gebracht werden konnten. Es ist ein neuerlicher Beweis, dass der österreichische Unternehmensteil noch leistungs- und lebensfähig ist."

Am Mittwoch war auch eine Delegation der heimischen Gewerkschaft der Privatangestellten GPA-djp unter Manfred Wolf in Deutschland, um mit dem Insolvenzverwalter zu sprechen und sich einen Eindruck über die Lage zu verschaffen. Nach GPA-Vize Karl Proyer wurde dort auch deponiert, dass Schlecker in Österreich dringend einen Geschäftsführer braucht. Firmengründer Anton Schlecker hat dieses Amt ja kürzlich niedergelegt. Auch er betonte, dass die Juni-Gehälter ausbezahlt wurden und "kein Cent ausständig" sei. In Richtung jener Experten, die seit Monaten an einer Überlebenschance in Österreich zweifeln, wetterte der Gewerkschafter: "Es hilft den Beschäftigten nicht weiter, wenn ständig ein Experte sagt, dass sie eh so gut wie Pleite sind. Das frustriert sehr."

25.000 Mitarbeiter betroffen
Die Schlecker-Pleite hat am Ende knapp 25.000 Menschen den Arbeitsplatz gekostet. Anton Schlecker hatte die Kette, die zu ihren besten Zeiten europaweit 55.000 Mitarbeiter beschäftigte, 1975 gegründet. Über die Töchter IhrPlatz und Schlecker-XL wird noch mit möglichen Käufern verhandelt.