Scheich Al Jaber ließ Frist verstreichen: Gebauer stellt Insolvenzantrag für Kneissl

1,2 Millionen Euro hätten schon längst einlangen sollen Al Jaber nennt in Aussendung zahlreiche Vorbehalte

Scheich Al Jaber ließ Frist verstreichen: Gebauer stellt Insolvenzantrag für Kneissl © Bild: APA/Gindl

Nach monatelangen Versprechungen und Vertröstungen ist es jetzt fix: Mohamed Al Jaber wird Kneissl nicht mehr mit einer Kapitalspritze aus der Bredouille helfen. Zu Beginn der Woche hatte das Gericht ein letztes Ultimatum für das Einlagen der Kapitalerhöhung von Scheich Mohamed Al Jaber ausgesprochen. Da er dieses verstreichen ließ, brachte Kneissl-Geschäftsführer Andreas Gebauer einen Eigenantrag auf Insolvenz ein. Betroffen sind laut einer Aussendung des Unternehmens die Kneissl Holding GmbH, die Kneissl Tirol GmbH sowie die Kneissl Star Lounge GmbH. Nicht betroffen sind die Kneissl Star Resort AG mit Sitz in Wien sowie die Star Lounge Innsbruck GmbH.

Obwohl Scheich Al Jaber bereits im November 2010 eine Kapitalerhöhung zugesagt, im Jänner durch die JJA Beteiligungsverwaltungs GmbH gezeichnet und persönlich die Einzahlung zugesagt hatte, ließ er mehrere Zahlungsfristen verstreichen. Durch die Kapitalaufstockung würde Al Jaber 99 Prozent der Geschäftsanteile an der Kneissl Holding halten.

Über das kurzfristige Angebot von Seiten der MBI International & Partners Inc. (Dachgesellschaft aller wirtschaftlichen Aktivitäten von Scheich Al Jaber) an Fritz Unterberger, die Forderung der Unterberger Holding GmbH gegenüber der Kneissl Holding GmbH in Höhe von ca. 930.000 Euro zu begleichen, konnte keine Einigung erzielt werden, sodass der Eigenantrag auf Insolvenz nicht mehr abzuwenden war.

Rechtlicher Anspruch gegen Al Jaber
Gebauers Optimismus war bis zuletzt unerschütterlich. "Ich bin davon überzeug, dass der Scheich seine Zusagen halten wird", sagte er noch am 7. Februar, dem letztmöglichen Termin der Zahlung, gegenüber der APA. Durch die Zeichnung der Kapitalerhöhung hat die Kneissl Holding aber trotz Insolvenz einen rechtlichen Anspruch gegen Al Jaber und auf die zugesagten 1,2 Millionen Euro, was Kneissl Geschäftsführer Andreas Gebauer trotz aller Enttäuschung zumindest als kleinen Erfolg wertet.

"Meine Mitarbeiter und ich haben uns in den letzten Jahren massiv für das Unternehmen eingesetzt. Umso größer ist jetzt die Enttäuschung, da der Konkurs absolut vermeidbar gewesen wäre, hätte sich Scheich Al Jaber an seine Finanzierungszusagen gehalten," erklärt Gebauer. Auch die Möglichkeit, neue Investoren in die Gruppe zu holen, wurde vom Mehrheitseigentümer ausgeschlagen.

"Wir hatten Investoren sowie Kapitalerhöhungsbeschlüsse, die von dritter Seite gezeichnet worden wären - alle Varianten wurden jedoch abgelehnt", so der Kneissl Geschäftsführerr, der darauf verweist, dass nach wie vor großes Interesse an der Marke Kneissl herrscht. Konkret handelt es sich um eine internationale, auch im Sportbereich tätige Investorengruppe, die den gesamten Bereich weiterführen will. Damit wären der Standort Kufstein sowie der Weiterbestand der Marke gesichert.

Al Jaber nennt Vorbehalte
Mohamed Al Jaber hat nach Bekanntwerden der Insolvenz mehrere Vorbehalte genannt, warum er die rettende Kapitalerhöhung nicht fristgerecht eingezahlt hat. Als "unakzeptabel" wertete es Al Jaber in einer Aussendung, vorab den früheren Alleineigentümer und jetzigen Mitgesellschafter Fritz Unterberger zu 100 Prozent zu befriedigen. Außerdem vermisse er ein "klares Konzept".

Schon Unterbergers Forderungen hätten bis jetzt die vollständige Einzahlung der Kapitalerhöhung unmöglich gemacht, heißt es in der Aussendung weiter. In Al Jabers Augen hat Unterberger die Konkurseröffnung betrieben. Nach eigenen Angaben hat Al Jaber bereits 5 Millionen Euro in seine Kneissl-Beteiligung investiert. Er wäre auch "bereit, die Gesellschaft in einem anzustrebenden Sanierungsverfahren zu unterstützen".

Nach seinen Angaben hat Al Jaber noch vor Errichtung der erforderlichen, notariellen, Übernahmeerklärungen durch seine Beteiligungsgesellschaft "JJA Beteiligungsverwaltungs GmbH" im Dezember 2010 einen Teilbetrag von 300.000 auf das "Kneissl-Konto" eingezahlt. Zuvor habe er schon im Oktober 200.000 Euro an Kneissl überweisen lassen. Vorige Woche hätten "die Berater der Jaber-Gruppe beschlossen", den restlichen Kapitalerhöhungsbetrag vorläufig noch nicht einzubezahlen - "da zu viele Fragen über das Verhalten einzelner Kneissl-Gläubiger offen geblieben" seien.

Weitere Zahlung bei klarem Konzept
Al Jaber habe laut dem Kommunique allerdings zugesagt, nicht nur den verbleibenden Kapitalerhöhungsrestbetrag von 900.000 Euro, sondern einen Gesamtbetrag von 1,2 Millionen Euro einzuzahlen, sobald ein klares Konzept und entsprechende Absprachen mit den Hauptgläubigern vorliegen würden. Das sei von Jabers Anwalt Johannes Hübner bestätigt, heißt es in der JJA-Aussendung.

Um sein "unverändertes Engagement für die österreichischen Projekte" unter Beweis zu stellen, habe Al Jaber am 7. Februar "der österreichischen Geschäftsleitung" eine Bestätigung einer seiner Hausbanken - der "RBS Coutt/Royal Bank of Scotland" - übermitteln lassen, in dem diese zusichert, am 31. März 2011 einen Betrag von 35 Millionen Euro an Jaber's "Erste Wiener Hotel - Aktiengesellschaft" zu überweisen.

In dieser Zusage sei auch ein Teilbetrag von 1,2 Millionen Euro für die kapitalstärkenden Maßnahmen bei Kneissl reserviert, so die Mitteilung, womit Al Jaber seine Bereitschaft Kneissl weiter zu finanzieren klargestellt habe. Der Vorstand der ersten Wiener Hotel AG, Karim Jalloul, bestätige den Erhalt dieses Briefs. Jalloul selbst, sonst als Sprecher Al Jabers tätig, befand sich heute unerreichbar für Anfragen im Ausland, wie sein Büro wissen ließ.

(apa/red)

Kommentare

Kneissl - ein österreichisches Märchen bereits seit 10 Jahren zeichnet sich das Ende der Marke Kneissl ab, mit 20.000 bis 30.000 Paar fremdgefertigten Skiern kann keine Marketingstrategie überleben. Das ist nicht die Schuld vom Scheich, der Gebauer hat ihm wohl jahrelang Märchen erzählt. Der Scheich hat auch bei der AUA den faulen Braten gerochen, hat sich rechtzeitig zurückgezogen. Der schiebt bei Kneissl kein gutes Geld nach. Der hat das Märchen um Kneissl erkannt, wenn auch spät.

Arabischer Dampfplauderer Der Angeber Scheich große Lippe hat wieder zugeschlagen!
Nach der AUA hat er nun Kneissl versenkt!
Ich frage mich, warum man dem Dampfplauderer soviel und solange glaubt?

also ist er doch ein dreckack, dies an dantine usw, die mich damals aufgeklärt und beschimpft haben. der konkurs läuft doch wieder am rücken der steuerzahler ab.
hat ein gläubiger sehr viel an verbindlichkeiten ausständig, kann es sein, daß er mit dem konkurs mitgerissen wird.
diejenigen, die es sich leisten können, den kneissl-konkurs zu verkraften, schreiben diesen von der steuer ab.
also, wieder, am rücken der steuerzahler.
in ägypten hat er auch scheiße gebaut und wurde zu zwei jahren verurteilt, hoffentlich ziehen sie ihm dort das fell über die ohren. ich vergönne es ihm von herzen!!!

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