Scheibenschlagen als Fest für die Familie:
Glühendes Holz, Kas-Kiachln und viel Glück

Tiroler Tradition soll Glück für das ganze Jahr bringen Glühende Scheiben erleuchten Himmel in Landeck

Scheibenschlagen als Fest für die Familie:
Glühendes Holz, Kas-Kiachln und viel Glück

Duftende Kaskiachln, wohlig-warmer Glühwein und glühende Birkenscheiben sind die Zutaten für einen der ältesten Bräuche der Ferienregion TirolWest. Alle Einwohner rund um das Städtchen Landeck treffen sich in „Sachen Glück“ zu einem großen Fest.

Glück kann wohl jeder brauchen. Um dieses auch wieder für ein neues Jahr zu bekommen, treffen sich am ersten Fastensonntag, dem so genannten Kas-Sunti,das ist heuer der 5. März 2006, alle Einwohner der Gemeinden Landeck, Zams, Grins, Stanz und Tobadill in ihren Orten um einem einzigartigen, uralten Spektakel beizuwohnen. Für jeden Einzelnen wird dabei eine glühende Holzscheibe von einer Anhöhe ins Tal geschlagen, die demjenigen das ganze Jahr über Glück bringen soll. Dass dabei der kulinarische Rahmen nicht zu kurz kommen darf, versteht sich von selbst. Während die Birkenscheiben ihrer Bestimmung entgegen fliegen, genießt die ganze Familie am Kaskiachl-Stand die Auswahl an Speis und Trank.

Glühende Scheiben erleuchten den Nachthimmel
So warten alle im Tal gespannt, dass die Feuerwehrmänner eine glühende Scheibe mit dem Haselstock über ein schanzenartiges Brett mit den Worten "Dia Scheiba, dia Scheiba, die will i iatz treiba! Schmolz in d´r Pfonna, Kiachla in d´r Wonna! Pfluag in d´r Erd, dass dia Scheiba weit außi geaht!" hinaus in die dunkle Nacht schicken. Während die Scheibe Funken sprühend durch die Luft fliegt, wird ihr ein Namen und die Hoffnung nach einem ganzen Jahr Glück mitgegeben. So manch ledige Person muss sich dabei auf den einen oder anderen Kommentar über den eigenen Familienstand vorbereiten. Ein Spaß, den sich im Ort niemand entgehen lässt.

Ursprung des Brauchtums
Funkenfeuer galten einst als unheilabweisend und reinigend. Die Scheiben, insbesonders am Rande mit Zacken verzierte, ahmten die Sonne nach. Der glühende Himmelsball, das Sinnbild für Wärme und Geborgenheit, diente gerade in der bäuerlichen Gesellschaft als Kraft und Lichtquelle zur Erweckung der Fruchtbarkeit der Felder und Wiesen. Sonnwendfeiern, Funkenfeuer und Scheibenschlagen wurzeln alle in demselben Ursprung. Die Natur, Basis und Lebensgrundlage, soll gnädig gestimmt und wieder ein Jahr dienstbar gemacht werden. (tp/red)