Scheckkartenführerschein: Nach 50 Jahren löst Plastik Papier ab - Kosten bleiben gleich

Neue Führerschein kostet 55 Euro, Umtausch 45 Euro Behördenwege entfallen & die Karte kommt per Post

Scheckkartenführerschein: Nach 50 Jahren löst Plastik Papier ab - Kosten bleiben gleich

50 Jahre ist es her, da wurde in Österreich erstmals der heute gebräuchliche "rosa Schein" als Fahrberechtigung eingeführt. Am 1. März wird nun Papier von Plastik abgelöst und künftig werden alle Führerscheine nur mehr im neuen Scheckkartenformat ausgegeben. Kosten und Farbe bleiben bei dem Fabrikat aus Polycarbonat gleich, wie Verkehrsminister Hubert Gorbach (B) bei der Präsentation am Dienstag in Wien erklärte.

Für die Fahrschüler bringt das neuer Erteilungsverfahren, das ebenfalls ab 1. März in Kraft tritt, zahlreiche Vereinfachungen. So werden die Fahrschulen gemäß dem "One-Stop-Shop"-Prinzip künftig zur zentralen Anlaufstelle, berichtete der Verkehrsminister. Der neue Schein kostet 55 Euro, wer seinen papierenen umtauschen will, muss 45 Euro zahlen.

Ende der Monopolstellung
Neu ist ebenfalls, dass die Monopolstellung mancher Fahrschulen entfällt. Künftig wird es möglich sein, in ganz Österreich nach dem billigsten Angebot Ausschau zu halten. Die Prüflinge waren bisher an den Einzugsbereich ihrer Behörde (Bezirkshauptmannschaften oder Magistrat) gebunden.

Behördenwege entfallen
Wer ab März seine Prüfung ablegt, kann nach Bestehen des praktischen Teils sofort loslegen: Statt die bisher üblichen Behördenwege zu absolvieren, bekommt der Lenkradnovize vom Prüfer sofort eine Interimsfahrberechtigung ausgehändigt, mit der er bereits ein Fahrzeug lenken darf. Die Zustellung des Führerscheins, der von der Österreichischen Staatsdruckerei hergestellt wird, soll postalisch erfolgen. Beantragung und Ausstellung des Dokuments wird über die Fahrschulen abgewickelt, zusätzliche Behördenwege entfallen.

Übergangsfahrberechtigung
Mit der Übergangsfahrberechtigung darf der Prüfling vier Wochen unterwegs sein. Binnen fünf Tagen nach Zahlung der Gebühren sollte der neue Führerschein im Postkasten liegen. Den entsprechenden Zahlschein bekommt der Fahrschüler direkt nach Absolvierung der Prüfung ausgehändigt.

Sicherheitsmerkmale
Das neue Dokument weist aufwendige Sicherheitsmerkmale auf, sagte der Generaldirektor der Staatsdruckerei, Reinhart Gausterer. Unter anderem werden die Daten mit "Laserengraving"-Technologie aufgebracht. Auch Mikroschriften und ein Hologramm kommen unter anderem zum Einsatz. Dass das Dokument für den Endverbraucher nicht - wie im Vorfeld befürchtet - teurer wird, führt Gorbach auf die Einsparungen im Verwaltungsablauf zurück. Auch Bund und Länder würden Mittel zuschießen.

Wer seinen alten Schein umtauschen will, kann dies ab März tun. Eine Pflicht dazu besteht allerdings nicht. (apa/red)