Ihr Beruf hat Susanne M. (Name und Alter von der Redaktion geändert) schwer krank gemacht. Die 39-jährige Zollbeamtin muss seit 2009 mit einer geschädigten Lunge leben. Im Interview mit NEWS.AT spricht sie zum ersten Mal über ihr Leiden, die Arbeit mit den giftigen Containern und warum sich nichts geändert hat. "Die Vorgesetzten waren mit der Situation überfordert", erzählt die 39-Jährige.
NEWS.AT:
Warum muss
ein Zollbeamter Container öffnen und die Ware kontrollieren?
Susanne M.:
Es gibt Waren, die müssen aufgrund der Rechtsvorschriften beschaut werden, was eine Containeröffnung unumgänglich macht. Diese Kontrollen sind nicht vermeidbar.
NEWS.AT:
Seit wann haben Sie Container kontrolliert?
M.:
Seit Dezember 2002.
NEWS.AT:
Wie ist es Ihnen nach solchen Kontrollen gegangen?
M.:
Zuerst habe ich die ständigen Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit nicht mit der Containerkontrolle in Verbindung gebracht. Nur in Einzelfällen sind Symptome unmittelbar nach der Containerkontrolle aufgetreten. Ganz schlimm war es bei einer Warenkontrolle, wo ich das Gefühl hatte, mir ist die Nasenschleimhaut verätzt worden. Die Schmerzen und Atembeschwerden sind so unerträglich gewesen, dass ich die Kontrolle abbrechen und einige Tage im Bett verbringen musste.
NEWS.AT:
Wann haben Sie das erste Mal den Schluss gezogen, dass die Container Ihre Gesundheit gefährden?
M.:
Das war 2005. Ich musste eine Sendung mit Nahrungsmitteln kontrollieren, deren Container mit Totenköpfen gekennzeichnet war. Und trotz Nachfrage bei meinen Vorgesetzten hat keiner mir Auskunft geben können, wie man in solchen Fällen gesetzeskonform vorgeht. Für diese Sendung hat jetzt aber eine Beschaupflicht bestanden. Ich habe den Container also geöffnet und ihn vorschriftsgemäß kontrolliert. Seitdem begleitet mich das Thema - bis zum heutigen Tag.
NEWS.AT:
Welche Symptome haben Sie zuerst bemerkt?
M.:
Kurzfristig waren das starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Abgeschlagenheit. Längerfristig gesehen leide ich an einem stark reduzierten Lungenvolumen, Kurzatmigkeit, verringerter körperlicher Leistungsfähigkeit und verringerter Abwehrfähigkeit gegen Krankheiten. Den Grund dafür haben die behandelnden Ärzte zuerst nicht erkannt. Auch ob andere chronische Schmerzen mit den Kontrollen zusammenhängen, konnte medizinisch nicht abgeklärt werden.
NEWS.AT:
Wann ist der Lungenschaden bei Ihnen als Berufskrankheit festgestellt worden?
M.:
Meine Lungenärztin hat 2009 eine massive Beeinträchtigung meiner Lungenfunktion diagnostiziert. Mit März 2010 ist mein Lungenschaden von der Sozialversicherung als Berufskrankheit anerkannt worden.
NEWS.AT:
Wie haben Ihre Vorgesetzten auf die Situation reagiert?
M.:
Sie waren mit der Situation überfordert. Ich habe das Gefühl gehabt, aus ihrer Sicht war nicht die gesundheitsgefährdende Kontrolltätigkeit das Problem, sondern ich.
NEWS.AT:
Und Ihre Kollegen?
M.:
Jeder, der mit solchen Waren in Kontakt kommt - egal, ob beim Kontrollieren, Entladen oder Konsumieren, muss damit rechnen, dass es für ihn gesundheitliche Folgen haben kann. Mit diesem Wissen muss jeder Beamte für sich selber entscheiden, ob es unter solchen Bedingungen überhaupt möglich ist, eine vorschriftsmäßige Abfertigung durchzuführen.
NEWS.AT:
Was ist seit Ihrer Erkrankung zum Schutz der Zollbeamten passiert?
M.:
Meines Wissens nach wird das Thema in der Finanzverwaltung bagatellisiert. Die Kollegen sind weder ausrüstungstechnisch noch vom Wissensstand ausreichend auf die Gefahren vorbereitet. Es fehlt an wirksamen Richtlinien zum Schutz der Kontrollorgane und an technischen Messgeräten. Das Schlimmste ist aber, dass ich nach jahrelanger interner Informationstätigkeit den Eindruck gewonnen habe, dass zwar das Problem erkannt wird, aus Rücksicht auf wirtschaftliche Interessen aber keine ausreichenden Maßnahmen getroffen werden. Kontrollorgane, Spediteure und auch die Konsumenten werden also weiter den Schadstoffen und Begasungsmitteln der Container-Waren ungeschützt ausgesetzt.
NEWS.AT:
Wie geht es Ihnen heute?
M.:
Naja, ich hätte gerne meine volle Lungenfunktion wieder, um auch längere, anstrengendere Wegstrecken zu Fuß gehen zu können. Jetzt habe immer wieder das Gefühl, ersticken zu müssen, wenn ich mich anstrenge. Und ich wünschte mir auch, wieder ohne Schmerzen in den Beinen gehen zu können. Ich hoffe, dass diverse Substanzen, mit denen ich offensichtlich in Berührung gekommen sein muss, nicht noch schlimmere Überraschungen für mich bereithalten.
Kommentare
die im Finanzministerium verantwortlichen und die ganze Zeit untätig gebliebenen in den Container sperren, die Türe schließen und 1 Stunde drinnen sitzen lassen. Danach wird sicherlich ganz schnell eine entsprechende Verordnung erlassen werden. Solche Leute gehören ganz schnell von ihren Positionen abgezogen. Verbrecher gegenüber ihren eigenen Leuten. Wo war die Gewerkschaft?
Das Begasungsmittel heisst Phostoxin, ist ein Phosphorwasserstoff. Ein absolutes Teufelszeug, wird über Atmung - auch über due Haut aufgenommen! Ein Superskandal, daß man da Leute in die VContainer lässt.
Gift in Lebensmittel !
In diesem Zusammenhang ist auch die aktuelle parlamentarische Anfrage vom 5.10.2012 von Interesse, bei der es darum geht, ob und wieviel Gen-Soja aus Argentinien nach Österreich importiert wird bzw. wurde.
Dieser Anfrage zufolge treten in der argentinischen Ortschaft Ituzaingo Anexo, einem Vorort von Cordoba vermehrt Krebserkrankungen, Leukämie oder Missbildungen und in der Folge Todesfälle auf. Dafür verantwortlich gemacht wird von den Anwohnern der massive Einsatz von chemischen Unkrautvernichtungsmittel auf den Soja-Plantagen rund um den Ort. Mit landwirtschaftlichen Maschinen, aber auch vom Flugzeug aus, werden dort in großen Mengen Pestizide wie Glyphosat und Endosulfan versprüht.
Am 5.12.2012 werden wir wissen, was die Politik zu dieser Anfrage zu sagen hat.
ja,da bin ich gespannt.Es gibt ja schon genügend Studien,vor allem über Monsanto und deren Produkte.Nur ist zu erwarten,dass bei jeder unliebsamen Studie über diese Firma das große Dummschwätzen beginnt (sowie in der Atomfrage übrigens auch).
Übrigens ist das einer der Gründe,warum Drittmittelfinanzierungen an den Universitäten eine Pest sind,denn die Kraken wollen da rein und Schweigen erkaufen.
Monsanto und Bienensterben gehört ja auch irgendwie zusammen oder?
Gen-Mais und gebeiztes Sojasaatgut, also ja. Aber da spielen auch noch andere wie Bayer oder BASF mit.
WIR WERDEN ALLE VERGIFTET UND DIE POLITIK SCHAUT ZU !!!
Laut Auskunft des BMF ist in Wien ein Speditionsangestellter mit "vergifteten" Reis in Berührung gekommen, sodass er im Krankenhaus behandelt werden mußte.
Das Gift steckt aber auch in der Bekleidung, z.B. in Schuhen. So erließ das Österr. Bundesheer lt. parlamentarischer Anfrage vom Nov. 2011 für ca. 136.000 Paar Badeschuhe ein Ausgabeverbot, weil diese mit Schadstoffen derart belastet waren, dass für deren Träger eine Beeinträchtigung derer Hormonhaushalte und derer Fruchtbarkeit zu befürchten war. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass solche Badeschuhe nur an das Österr. Bundesheer geliefert worden sind. Ist die Bevölkerung jemals von diesen Gefahren unterrichet worden ?
Mit dem Schutz der Zollbeamten und Speditionsangestellten ist es wohl nicht abgetan. Was passiert wenn ich derart "vergifteten"Reis konsumiere oder derart "schadstoffdbelastete" Artikel (Schuhe, Unterwäsche etc.) trage ?
GESUNDHEIT GEHT UNS ALSO ALLE AN !!!
WIR WERDEN ALLE VERGIFTET UND DIE POLITIK SCHAUT ZU !!!
Wenn Susanne M. Lebensmittel in Container mit Totenkopfaufkleber festgestellt hatte, dann kann das nur bedeuten, dass diese mit sehr giftigen Substanzen behandelt oder in Berührung gekommen sind. Auch der Speditionsangestellte in Wien und ein Zollbeamter sind ja mit "vergifteten" Reis in Berührung gekommen, sodass sie im Krankenhaus behandelt werden mußten. Dieser "vergiftete" Reis wurde aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht vernichtet, sondern in den freien Handel gebracht (Prost, Mahlzeit).
Zum Unterschied: In Holland werden derartige Lebensmittel vernichtet. Dort schützt der Staat seine Bürger.
Durch die Nichtkontrolle der Container auf Schadstoffe in Österreich können aber solche "vergiftete" Lebensmittel in die gesamte EU gelangen.
Das Gift steckt aber auch in der Bekleidung, z.B. in Schuhen. So erließ das Österr. Bundesheer laut einer parlamentarischen Anfrage vom November 2011 für ca. 136.000 Paar Badeschuhe ein Ausgabeverbot, weil diese mit Schadstoffen derart belastet waren, dass für die Träger derselben eine Beeinträchtigung deren Hormonhaushalte und deren Fruchtbarkeit zu befürchten war. Es ist aber wohl kaum anzunehmen, dass solche Badeschuhe nur an das Österr. Bundesheer geliefert worden sind. Ist die Bevölkerung jemals von diesen Gefahren unterrichtet worden ?
Ausgehend von einem Preis von ca. 2,00 Euro pro Paar Badeschuhe entstand somit ein wirtschaftlicher Schaden von rund 270.000,- Euro. Mit diesem Geld könnten rund 6 bis 7 Schadstoffmessgeräte, wie sie in Hamburg verwendet werden, für den österr. Zoll angeschafft und die Beamten, Speditionsangestellten ujnd letztich auch die Konsumenten vor gesundheitlichen Schäden geschützt werden.
Mit dem Schutz der Zollbeamten und Speditionsbediensteten ist es wohl nicht abgetan. Was passiert wenn ich derart "vergifteten" Reis konsumiere oder derart "schadstoffbelastete" Artikel (Schuhe, Unterwäsche, Hygieneartikel etc.) trage ???
GESUNDHEIT GEHT UNS ALSO ALLE AN !!!
Zitat Anfang:"Das war 2005. Ich musste eine Sendung mit Nahrungsmitteln kontrollieren, deren Container mit Totenköpfen gekennzeichnet war." (Zitat Ende). Da kann doch etwas nicht stimmen mit der Aussage. Wenn es sich um NAHRUNGSMITTEL gehandelt hat, was hat dann der Totenkopf auf dem Container zu tun? Der Totenkopf weist doch auf giftige Stoffe hin. Es gibt also nur eine Erklärung: Entweder der Totenkopf war von vorherigen Transporten noch auf dem Container in die damals Giftstoffe transportiert wurden, aber dann wäre der Container doch vor Beladung mit Lebensmittel gründlich gereinigt worden (oder nicht?) oder die Beamtio verwechselt da etwas oder sie sagt nicht die Wahrheit (das ist eine Fragestellungen und nicht eine Beschuldigung).
Die Beamtin verwechselt sicher nichts und sagt auch die Wahrheit. Die Aufkleber mit dem Totenkopf befanden sich sicherlich auf einem Container mit Lebensmittel. In Hamburg wurde nämlich festgestellt, das sich das Gift in Schuhen, Waren aus Weichkautschuck und GETREIDE befindet. Diese Produkte stehen auf der Risikoliste.
Darüber hinaus bestätigt der Zollschul-Leiter dass es einen Erkrankungsfall in Wien gegeben hat, weil ein Speitionsangestellter (Laut ATV-Sendung auch ein Zollbeamter) mit "begastem" REIS (Nahrungsmittel) in Berührung gekommen ist.
Laut EU-Vorschrift müßte jeder begaste Container mit dem abgebildeten Lavel gekennzeichnet sein.
Kickoff lies auch den vorhergegangenen Artikel in NEWS.AT (Schadstoffe in Containern - Gift aus Übersee).
dass die keine schutzmasken und kleidung bekommen wenn sie sowas öffnen kann ich irgendwie fast net glauben. selbst bei der handgepäck durchsuchung tragen die handschuhe und masken
An freud0815
Schauen Sie sich die Fotos an, welche News AT anlässlich einer "Containerschulung" gemacht hat. Obwohl eine Schadstoffbelastung durch die FF Schwechat festgestellt worden war, trägt nicht einmal bei dieser Schulung ein Beamter Handschuhe geschweige einen Schutzanzug.
Das Ministreium bzw. die Politik verharmlost das Ganze und wir sind die Leidtragenden. Offensichtlich glauben die Verantwortlichen dass sie gegen diese Gifte immun seien.
...und ausserdem erspart sich der Staat die Beamtenpension, wenn der Beamte anständig "verheizt" wird und spätestens kurz nach Pensionsantritt den Löffel abgibt.