Schachners erster Tag: Hunderte 1860-Kiebitze kamen zu "Schokos" Amtsantritt

Löwen-Coach sieht noch sehr viel Arbeit vor sich Steirer beobachtete Cup-K.o. von der Tribüne aus

Schachners erster Tag: Hunderte 1860-Kiebitze kamen zu "Schokos" Amtsantritt

Walter Schachner hat sein Amt als Trainer des deutschen Zweitligisten TSV 1860 München angetreten. Zum ersten Arbeitstag des Österreichs versammelten sich einige hundert "Löwen"-Kiebitze an der Grünwalder Straße. "Es wartet viel Arbeit auf mich", sagte der 48-Jährige, nachdem er am Vorabend das 1:3 im Cup-Viertelfinale gegen Eintracht Frankfurt miterlebt hatte.

"Schoko", der die Nachfolge von Reiner Maurer antrat und einen bis 30. Juni 2008 laufenden Vertrag unterschrieb, hatte auf der Ehrentribüne der Allianz Arena mit seiner neuer Mannschaft mitgezittert. Zuerst saß er neben Klubchef Karl Auer, der ob der Anspannung aber bald den Sitz- gegen einen Stehplatz tauschte. Später leistete Bayern-Kollege Felix Magath Schachner Gesellschaft, wobei "aber fast nur über den früheren VfB-Ösi Buffy Ettmayer" gesprochen wurde.

Was hatte der frühere Austria- und GAK-Trainer unter den 24.000 Zuschauern vom Tabellenvierten gegen die Hessen, die erstmals nach 13 Jahren im Halbfinale stehen, im Pokal gesehen? Er fand die erste Hälfte (1:1) nach früher 1:0 Führung durch Stefan Reisinger (11. Minute) okay. "Da war 1860 ebenbürtig, das Spiel bis zum 1:2 in der 78. Minute offen und der Unterschied zwischen erster und zweiter Liga nicht zu sehen", befand der neuen "Löwen"-Dompteur, dem die Cleverness abging und unnötige Gegentore auffielen.

"Moderner Fußball geht über die Außenbahnen"
Die Frankfurter, in deren Reihen die Österreicher Markus Weissenberger und Stefan Lexa nicht zum Einsatz kamen, hätten letztlich einfach ruhiger und clever gespielt. Angesprochen auf die taktische Aufstellung von Co-Trainer Bernhard Trares mit einer Raute im Mittelfeld, meinte Schachner: "Das war heute eine Raute ohne Flügel. Der moderne Fußball geht aber über die Außenbahnen. Daran werden wir in den kommenden Tagen arbeiten."

Begleitende Einzelgespräche dürfen da natürlich nicht fehlen. Dass er die Vorbereitungen nicht mitmachen konnte, wertete er als Handicap. Seine Premiere auf der Münchner Bank wird der "Messias" aus der Alpenrepublik am Sonntag in Rostock gegen Bundesliga-Absteiger Hansa geben. Zum Schachner-Einstand in der Allianz Arena, in der der Tabellenvierte in dieser Saison von zehn Liga-Spielen nur drei gewonnen hat, kommt es am 6. Februar gegen die derzeit drittplatzierte SpVgg Greuther Fürth.

Hoffnungen macht dem Aufstiegskandidaten nicht nur Schachner, sondern auch der siegreiche Feldherr. "Wenn die Sechziger immer so spielen wie heute, dann schaffen sie den Aufstieg. Dann weiß ich nicht, wer sie verdrängen soll", meinte Frankfurts Friedhelm Funkel. Ähnlich sieht es der neue München-Manager Stefan Reuter. "Ich bin zufrieden, wie sich die Mannschaft präsentiert hat. Wir dürfen uns durch so ein Spiel nicht verrückt machen lassen", so der deutsche Welt- und Europameister.

(apa/red)