Best of Austria

Ab in die Wüste – zum Saubermachen

Wie ein Abfallbehälter der Saubermacher AG nach einem Kamelrennen in Jordanien auftauchte.

Best of Austria - Ab in die Wüste – zum Saubermachen © Bild: Saubermacher

Von Graz in den Nahen Osten: Diesen Sprung wagte der österreichische Abfallspezialist Saubermacher. Mit dem mutigen Schritt in eine fremde Welt gehört das Unternehmen zu „Best of Austria“ – der Initiative des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW), die Spitzenleistungen heimischer Unternehmen vor den Vorhang holt.

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Ein Anruf aus der Wüste - so begann ein neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Saubermacher AG. Dieser brachte dem steirischen Spezialisten für Abfall- und Ressourcenwirtschaft einen Großauftrag aus Abu Dhabi. Der Job für die Steirer: Aufbau eines modernen Abfallwirtschaftssystem, damit nicht mehr alles einfach in der Wüste landet.

Saubermacher sammelt, trennt, recycelt und entsorgt den Abfall von rund 1.600 Kommunen, hat über 41.000 Industrie- und Gewerbeunternehmen als Kunden und ist in den angrenzenden Ländern aktiv – aber der Nahe Osten ist dann doch etwas anderes. „Österreich ist in Europa Spitzenreiter bei Abfalltrennung und Recycling, was wir machen, ist state of the art“, erklärt Michaela Heigl, Business Development Manager bei Saubermacher. Für sie ist es daher wenig überraschend, dass die Scheichs auf der Suche nach einem Partner für ein modernes Abfallwirtschaftssystem in Graz landeten.

© Saubermacher Frau Michaela Heigl

Doch was aus dem Mund der Managerin so selbstverständlich klingt, ist es keineswegs. Immerhin musste sich Saubermacher gegen harte deutsche und amerikanische Konkurrenz durchsetzen, alles keine Amateure. Mittlerweile rollen mehr als 100 Saubermacher-LKW durch die Straßen von Abu Dhabi – hinten Abfall, vorne High Tech. Denn die Fahrzeuge sind mit einem Bord-Computer ausgestattet, der in Echtzeit Daten über Standorte, Fahrwege und gesammelte Mengen liefert.

„Das größte Problem sind nicht Technik und Logistik, sondern vor Ort bei der Bevölkerung ein Bewusstsein zu schaffen, dass Mülltrennung notwendig und sinnvoll ist“, schildert Michaela Heigl ihre Erfahrungen. So wurden etliche der 30.000 aufgestellten Behälter und Container zweckentfremdet. „Einer tauchte nach einem Kamelrennen in Abu Dhabi sogar in Jordanien als Aufbewahrungsbox auf“, erzählt Heigl schmunzelnd.

© Saubermacher

Dass der Auftrag in Abu Dhabi über ein Joint Venture mit einem arabischen Partner umgesetzt wird, ist für Heigl ein Vorteil. Es vermindert das Risiko und erhöht die Akzeptanz der lokalen Bevölkerung. Und der kulturelle Unterschied, speziell die Akzeptanz als Frau? „Überhaupt keine Problem“, sagt Heigl, „ich habe ein interkulturelles Training absolviert, um mich mit den wichtigsten Umgangsformen vertraut zu machen. Entscheidend ist die Kompetenz: Wer diese hat, wird im arabischen Raum akzeptiert, auch als Frau.“

Was sich für die Österreicher allerdings durch diese Aufträge geändert hat, ist der Blick auf den Ölpreis: Bei aller Freude über preiswertes Benzin für die Saubermacher Fahrzeuge in Europa schwingt auch die Befürchtung mit, dass ein dauerhaft niedriger Ölpreis und die damit geringeren Einkünfte der arabischen Staaten das Engagement für das Thema Abfallwirtschaft beeinträchtigen könnten.

Weitere Infos und Tipps auf:
www.bestofaustria.at
www.bmlfuw.gv.at
www.aussenwirtschaft.at

Entgeltliche Einschaltung des BMLFUW

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