Ruby Rubacuori von

Silvio: "Kein Sex mit Ruby"

Freiwillige Aussage des Ex-Premiers vor Gericht bei Prozess in Mailand

Silvio Berlusconi mit glocke © Bild: Reuters/TONY GENTILE

Doch kein Bunga Bunga? Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist am Freitag bei einer Gerichtsverhandlung im sogenannten Ruby-Prozess erschienen, bei dem er wegen Sex mit einer Minderjährigen und wegen Amtsmissbrauchs angeklagt ist. Berlusconi bestritt sexuelle Kontakte zu Ruby. "Ich war überzeugt, sie wäre 24 Jahre alt, wie sie mir gesagt hatte." In einer freiwilligen Aussage vor Gericht versicherte Berlusconi außerdem, dass es in seiner Villa niemals zu ausschweifenden Partys gekommen sei.

"Man hat rund um die Abende in meiner Privatresidenz mit verleumderischen Absicht viel fantasiert", kommentierte Berlusconi. Damit sei eine unerträgliche Einmischung in sein Privatleben entstanden. Berlusconi berichtete, dass er in seiner Villa in Arcore bei Mailand Diners in einem großen Speisesaal organisierte, in denen er die Aufmerksamkeit der Gäste mit Liedern und Gesprächen über Sport und Politik "monopolisierte".

Vorwurf Amtsmissbrauch

Berlusconi wird Amtsmissbrauch vorgeworfen, weil er die junge Marokkanerin Karima el Marugh alias Ruby mit einem Anruf bei der Polizei aus deren Gewahrsam befreit haben soll. Er habe geglaubt, dass sie Mubaraks Nichte sei und dann diplomatische Probleme mit Ägypten vermeiden wollen, hatte er gesagt. "Ich war verblüfft, als ich erfahren habe, dass Ruby minderjährig war und dass sie mir falsche Informationen über ihre Identität gegeben hatte", so Berlusconi. Er versicherte außerdem, dass er niemals die Frauen bezahlt habe, die an Partys in seiner Villa in Arcore bei Mailand teilnahmen. Seine weiblichen Gäste seien keine Prostituierten gewesen. Der 76-Jährige gab an, dass er in seinem Leben nie eine Frau für Sex bezahlt habe.

Der Ex-Premier bestätigte, dass er Zeuginnen in dem gegen ihn laufenden Prozess Geld zukommen hat lassen. "Sie sind von den Ermittlungen der Mailänder Staatsanwälte ruiniert worden", klagte Berlusconi in Bezug auf die jungen Frauen, die an seinen Partys teilnahmen. Die Ermittlungen gegen ihn bezeichnete der Ex-Premier als "monströse Verleumdungsoperation". Der Medientycoon kritisierte die Mailänder Staatsanwälte, die gegen ihn das Verfahren führen. Seit 20 Jahren sei er Opfer einer Verfolgungskampagne seitens der Ermittler. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mailänder TV-Unternehmer eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.

Berlusconi hatte bereits im vergangenen April an einer Gerichtsverhandlung im Ruby-Prozess teilgenommen, der vor zehn Tagen nach einer mehrmonatigen wieder aufgenommen worden war. Der Prozess läuft seit April 2011.

Kommentare

Jetzt stellt sich nur die Frage was Herr Berlusconi unter Sex versteht. Hier hatte schon Bill Clinton eine eigenartige Auslegung dessen was Sex ist bzw. was es eben nicht ist.

War-Lord

Habe nie angenommen, dass Ruby unter Geschmacks-Verwirrung leidet :-)

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Aussenpolitik