Roter Wahl-Geheimplan in NEWS: So will Gusenbauer die ÖVP im Herbst '06 besiegen!

Kampf um die "kleinen Leute": SP-Chef als Populist PLUS: Gusenbauer im NEWS-Talk über seine Pläne

"Es kann nur einen geben" - das Politjahr 2006 wird für Wolfgang Schüssel und Alfred Gusenbauer nach dem Highlander-Prinzip ablaufen. Nur einer kann Kanzler werden. Der andere geht aus der Politik. NEWS weiß, wie SP-Chef Gusenbauer die Populisten-Rolle spielen und damit die ÖVP am flachen Land abräumen will.

Die Meldung, die Dienstag beim Mittagessen auf den Tisch des Panorama-Royal-Hotels in Bad Häring (Tirol) flattert, ist der Stoff, aus dem SPÖ-Wahlkampfträume und Kanzler-Alpträume sind: Alfred Gusenbauer, der gerade seine Rede für die Mittwoch beginnende SP-Präsidiumsklausur im tief verschneiten Tiroler Kurort entwirft, schreibt empört noch einmal alles um. 350.000 suchen Arbeit, ein neuer, trauriger Rekord. Unter den 15- bis 24-Jährigen ist erstmals die Arbeitslosenrate mit 10,4 Prozent zweistellig.

Noch dazu meinte Montag, wie auf Bestellung, Wifo-Chef Karl Aiginger, dass "die Regierung binnen fünf Jahren die Arbeitslosigkeit um ein Drittel senken könnte. Sie tut aber zu wenig". Zufrieden nippt der SP-Chef an seinem kurzen Espresso. "Sitzt, passt und hat Luft" zitiert er einen Maurer-Ausspruch, als er fertig ist. Dass das auch für den SP-Wahlkampf gilt, dafür müssen neben Gusenbauer in der roten Hauptrolle andere in Nebenrollen sorgen: Norbert Darabos als Wahlkampfleiter, Doris Bures, die Finanzchefin, und Josef Kalina, der den SP-Medienauftritt steuert - und gemeinsam mit Klubchef Josef Cap dabei den Rustikalen mimt.

Die Populismuskeule
Im kleinen Kreis spricht Kalina oft frei nach dem Kabarettisten Erwin Steinhauer in "Freundschaft": "Wenn Schüssel verspricht, dass eine Wirtschaftsplattform die Abfangjäger zahlt, und das nicht hält, ist er genial. Wenn die SPÖ jetzt die Rekordarbeitslosigkeit in der EU kritisiert, wird das als Populismus verdammt." Erstes Resultat dieser "Erkenntnisse": Man zog dem Kanzler angesichts der "EU-Pornoplakate" mithilfe der "Krone" die Populismuskeule übers Haupt. "Ja. Wir werden immer die Freiheit der Kunst verteidigen", erklärt dazu Darabos. "Aber gehen Sie in ein Gasthaus außerhalb der Wiener Innenstadt, und hören Sie gut zu. Dass der Kanzler dafür Steuergeld hergibt und das auch noch abstreitet, ist einfach zu viel." Wohlmeinende in der SPÖ erkennen darin, dass "Gusenbauer und seine Truppe endlich den Zug zum Tor gefunden" haben. Kritischere Geister warnen vor dem Schicksal der Klimas, Schlögls und Löschnaks.

Schüssel auf seinem Homeground besiegen
"Es stimmt. Die Wahl ist keine g'mahte Wiese, auch wenn wir in allen Umfragen vorne liegen", warnt Darabos. Er hat über Weihnachten den Strategieplan für 2006 entworfen: Man rechnet mit "Dirty Campaigning, auf das man hart antworten wird". Dann werde die VP versuchen, ein Duell zu inszenieren - die SPÖ kontere mit Inhalten.

Wichtigster Punkt, der bis ins Finale geheim bleiben sollte: Die SPÖ wird sich diesmal nicht zu fein sein, die "kleinen Leute am Land" anzuvisieren, wo man in VP-Hochburgen der Steiermark zuletzt um 20 Prozent zugelegt hatte. Es könnte die Überraschung des Wahlkampfs werden: Mit erdigen, die Wiener Innenstadt verstörenden Ansagen zu Emotionsthemen trägt die SPÖ den Wahlkampf mitten in Schüssels Homeground, aufs flache Land. Dorthin, wo die Unzufriedenheit über die Regierung, Arbeitslosigkeit, EU und Ausländer extrem hoch ist.

Ein riskanter Spagat, der in Städten Stimmen kosten wird, weil man dort in puncto Moral, die offenbar bis zum Wahltag im Archiv für Geschichte der Arbeiterbewegung verstaubt, der SP weniger verzeiht als der VP. Hält die SP aber in Wien die Verluste gegenüber Michael Häupls 49 Prozent in Grenzen, könnte es sich mit Gewinnen am Land so klar für Platz eins ausgehen, wie Umfragen mit 42 zu 36 Prozent signalisieren.

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