Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat als Lehre aus den ausländerfeindlichen Angriffen in der ostdeutschen Stadt Rostock vor 20 Jahren ein Verbot der rechtsextremen NPD gefordert. "Die NPD ist eine verfassungsfeindliche Partei, die gegen Ausländer hetzt und die Demokratie und Freiheit bedroht. Eine solche Partei gehört verboten", schrieb Sellering zum Jahrestag der Ausschreitungen in einem Gastbeitrag in der "Bild am Sonntag".
Auf einer Kundgebung in Rostock haben am Samstag rund 1500 Menschen an die ausländerfeindlichen Ausschreitungen im Stadtteil Lichtenhagen vor 20 Jahren erinnert. Die Initiatoren brachten auch eine Gedenktafel am Rathaus an. Bis zum Abend sind weitere Aktionen geplant: Eine Demonstration nach Lichtenhagen sowie eine weitere Kundgebung nebst Konzert. Am Sonntag wird Bundespräsident Joachim Gauck in Lichtenhagen erwartet.
Das geschah vor 20 Jahren
Im August 1992 war es in der Rostocker Plattenbau-Vorstadt, wo Asylbewerber untergebracht waren, zu den schlimmsten fremdenfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte gekommen. Jugendliche und Erwachsene hatten die überfüllte Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber und ein benachbartes Heim für vietnamesische Arbeiter in Lichtenhagen mit Steinen und Brandsätzen mehrere Tage lang angegriffen, ohne von der Polizei wirksam gestoppt zu werden. Als ein Teil des sogenannten Sonnenblumenhauses brannte, konnten sich rund 150 Menschen im Gebäude erst in letzter Minute retten. Die Ausschreitungen hatten weltweit für Entsetzen gesorgt.
Kommentare
URALT !
Wer mit Argumenten nicht mehr ankommt, greift auf Verbote zurück. Alte bekannte Geschichte. Schwach!