Rodeln der Damen: Deutsche Damen Sylke Otto, Kraushaar & Hüfner feiern Dreifachsieg

Veronika Halder ist als beste Österreicherin Fünfte Sturz begrub Medaillenhoffnungen von Manzenreiter

Die Prognosen waren nicht allzu schwierig gewesen: Deutschland feierte im olympischen Rodelbewerb der Damen so wie vor vier Jahren in Salt Lake City einen Dreifach-Sieg. Sylke Otto wiederholte ihren Erfolg von 2002 und setzte sich nach vier Läufen im selektiven Eiskanal in Cesana Pariol vor ihren Teamkolleginnen Silke Kraushaar (0,136 zurück) und Tatjana Hüfner (0,481) durch. Veronika Halder landete als beste Österreicherin an der fünften Stelle (1,108), doch um ihre Teamkollegin Sonja Manzenreiter spielte sich ein kleines Drama ab.

Die 30-Jährige stürzte im dritten Lauf des letzten Rennens ihrer Karriere und schied aus. Damit blieb der Innsbruckerin bei der dritten Olympia-Teilnahme (10. Platz 1998 und 7. 2002) die Krönung der Laufbahn versagt. Nur 13 Hundertstel hatten die Fünftplatzierte bei Halbzeit am Montag von Bronze getrennt, eine Überraschung schien möglich.

Manzenreiter erleidet Prellungen
Die zierliche WM-Vierte von 2004 erlitt Prellungen, doch der seelische Schmerz war größer als der körperliche. Lange Zeit nach ihrem Missgeschick war sie für Medien unansprechbar. Manzenreiter hatte volles Risiko nehmen müssen, nachdem die vor ihr platzierten Rodlerinnen gute Läufe geschafft hatten.

Im untersten, schnellsten Teil der Bahn passierte der verhängnisvolle Fehler: Die Angehörige des Heeressportzentrums kam zu spät in Kurve 18, bei der Ausfahrt kippte die Rodel, Manzenreiter hatte keine Chance, den Sturz zu vermeiden.

Dass es auch Hüfner beinahe erwischt hätte und in Anastasia Oberstolz-Antonowa (ITA) und Natalja Jakuschenko (UKR) zwei weitere Fahrerinnen mit Außenseiterchancen auf Edelmetall schon am ersten Tag gestürzt waren, war für sie ein schwacher Trost. "Ich habe volles Risiko genommen, leider ist es schief gegangen. Aber ich kann mir wenigstens nicht vorwerfen, dass ich es nicht probiert hätte", meinte Manzenreiter später und hatte Tränen in den Augen.

Ob sie ihre Entscheidung bezüglich Karriereende revidieren könnte, wollte sie nicht kommentieren. "Da will ich nichts sagen, jetzt muss ich erst diese Enttäuschung verkraften."

Die 25-jährige Halder fuhr so wie mehrmals im Weltcup auch bei ihrem Olympia-Debüt mit starken Leistungen in den Kreis der Elite. Etwas mehr als sechs Zehntel fehlten der Zeitsoldatin vom SV Matrei auf Bronze. Sie durfte sich auch über einen Teilerfolg freuen: Ihr Rekord-Tempo von 128,9 km/h vom zweiten Lauf wurde nicht einmal vom deutschen Trio erreicht, Otto kam zweimal auf 127,6. Nina Reithmayer beendete ihren ersten Olympia-Einsatz an der achten Stelle (1,594) und rechtfertigte damit ihre Nominierung.

Halder von Olympia-Debut begeistert
Halder strahlte vor Freude über das gelungene Debüt im Zeichen der Fünf Ringe. Das Warten vor Lauf drei wegen des Sturzes von Manzenreiter habe sie doch belastet, sagte die Tirolerin. "Und vor dem vierten Lauf war ich extrem nervös, doch nach den kritischen Kurven sieben und acht habe ich gemerkt, dass alles passt und der fünfte Platz gesichert ist."

Nina Reithmayer gelang im vierten Lauf mit viertbester Laufzeit ihr bestes Teilresultat und eine Verbesserung auf Rang acht.
(apa)