Rocca bleibt der Slalom-König in diesem Winter: Fünfter Sieg im fünften Rennen!

Halbzeit-Spitzenreiter Raich scheidet in Wengen aus Reinfried Herbst als bester Österreicher Sechster

Giorgio Rocca hält im Olympia-Winter weiter bei einer perfekten Slalom-Bilanz. Der Italiener gewann am Sonntag nach Beaver Creek, Madonna di Campiglio, Kranjska Gora und Adelboden auch den Tolauf in Wengen und feierte seinen bereits elften Weltcup-Sieg (alle im Slalom). Da Halbzeit-Spitzenreiter Benjamin Raich ausschied, war der Salzburger Reinfried Herbst als Sechster bester Österreicher im Lauberhorn-Slalom.

"Ich weiß auch nicht, wie das geht. Aber ich stehe derzeit sehr sicher auf dem Ski. Man muss ja im Slalom riskieren und heute hatte ich auch viel Glück, weil Benni eingefädelt hat", meinte Rocca nach seinem fünften Triumph im fünften Saisonslalom. "Das ist die beste Phase meiner Karriere. Der Ausfall im Kombislalom hat mich nicht gestört. Besser am Freitag als heute. Ich habe jetzt schon fünf Slaloms gewonnen, ich kann also in Kitzbühel und Schladming locker fahren."

Alles andere als locker fahren derzeit die ÖSV-Slalom-Artisten. Weltmeister Raich, der als Zweiter in Madonna und Dritter in Adelboden als einziger Österreicher bisher seinen Startplatz im Olympia-Torlauf fix hat, brachte zum vierten Mal eine Halbzeitführung nicht ins Ziel. Wie in Beaver Creek und Kranjska Gora schied er aus, diesmal passierte der Einfädler bereits bei Tor Nummer drei.

Raich bleibt im Weltcup in Führung
"Ich habe schon beim ersten Tor einen Schlag gekriegt, das hat mich etwas irritiert", erklärte Raich, der in der Weltcup-Gesamtwertung aber trotz des Ausfalls weiter 106 Punkte vor dem Salzburger Michael Walchhofer in Front liegt. "Natürlich schaut es blöd aus, wenn man beim dritten Tor und nicht erst beim 30. einfädelt, aber so etwas kann einfach immer passieren."

Durch Raichs Missgeschick durften sich der Finne Kalle Palander (+0,20) sowie der deutsche Vorjahressieger Alois Vogl (+0,51) über die weiteren Podestplätze hinter Rocca freuen. Herbst war als einziger ÖSV-Läufer in den Top Ten "wahnsinnig stolz" über das bisher beste Ergebnis seiner Weltcup-Karriere.

"Dieses Resultat ist ein Hammer. Die Basis dafür habe ich im ersten Durchgang mit Platz neun gelegt", betonte der 27-jährige Spätstarter, der sich nach seinem Rauswurf aus dem Kader im Sommer auf eigene Faust wieder ins ÖSV-Team gekämpft hatte und heuer als einziger Österreicher in allen fünf Slaloms Weltcup-Punkte erobert hat. Trotz dieser Konstanz will der Mann aus Unken noch nicht an Olympia denken. "Jetzt kommen Kitzbühel und Schladming, da muss ich ganz konzentriert fahren, dann wissen wir mehr!"

Wer fährt zu Olympia?
ÖSV-Slalom-Trainer Gert Ehn hofft, dass auch er nach den beiden Heimrennen endlich weiß, wer sich neben Raich und Herbst noch für Olympia aufdrängt. Denn Manfred Pranger, im Vorjahr Sieger in Kitz und auf der Planai, ist derzeit total verunsichert, wie auch Platz 16 unmittelbar hinter seinem Teamkollegen Andreas Omminger in Wengen bewies.

"Ich weiß nicht, was ich noch machen soll, damit es wieder aufwärts geht. Für mich persönlich habe ich Olympia heute abgehakt", meinte der Tiroler, der in dieser Saison so wie der Kärntner Vizeweltmeister Rainer Schönfelder, der in Wengen ausschied, schon drei Mal Ausfälle verzeichnet hat. Auch Ex-Weltmeister Mario Matt, der als 41. die Qualifikation für das Finale der besten 30 verpasst hatte, ist derzeit von der Rolle.

"Sie denken alle zu viel an Olympia", glaubt Ehn den wahren Grund für die schlechten Resultate seiner Asse zu kennen und will nichts von einer Slalom-Krise im ÖSV-Team wissen. "Wir haben den Speed, ich sehe also kein Problem für uns und hoffe, dass es jetzt in Kitz und Schladming so geht, wie wir uns das vorstellen."

Auch Raich ist zuversichtlich für die Heimauftritte. "Meine Laufbestzeiten beweisen ja, dass ich schneller sein kann als die Konkurrenz." Und auch Rocca koche nur mit Wasser. "Er bringt eben das runter, was er kann, und fährt auch nicht anders als die anderen. Sein einziger großer Vorteil im Moment ist seine Sicherheit." Und mit dieser jagt der 30-Jährige den Startrekord seines Landsmannes Alberto Tomba, der 1994/95 die ersten sieben Saisonslaloms für sich entschieden hatte.

Endergebnis:
1. Giorgio Rocca ITA 1:42,28 Min.
2. Kalle Palander FIN 1:42,48 +0,20
3. Alois Vogl GER 1:42,79 +0,51
4. Kentaro Minagawa JPN 1:42,90 +0,62
5. Ted Ligety USA 1:42,93 +0,65
6. Reinfried Herbst AUT 1:43,21 +0,93
7. Andre Myhrer SWE 1:43,57 +1,29
8. Bode Miller USA 1:43,67 +1,39
9. Jean-Pierre Vidal FRA 1:44,28 +2,00
10. Aksel Lund Svindal NOR 1:44,33 +2,05
11. Markus Larsson SWE 1:44,44 +2,16
12. Stephane Tissot FRA 1:44,53 +2,25
13. Daniel Albrecht SUI 1:44,65 +2,37
14. Cristian Deville ITA 1:44,94 +2,66
15. Andreas Omminger AUT 1:44,98 +2,70
16. Manfred Pranger AUT 1:44,99 +2,71
17. Martin Marinac AUT 1:45,20 +2,92
18. Andrej Sporn SLO 1:45,62 +3,34
19. Ales Gorza SLO 1:45,71 +3,43
20. Kjetil Jansrud NOR 1:48,06 +5,78
21. Jukka Leino FIN 1:49,78 +7,50

U.a. ausgeschieden im 1. Lauf: Rainer Schönfelder (AUT), Akira Sasaki (JPN), Thomas Grandi (CAN), Patrick Thaler (ITA), Kjetil-Andre Aamodt (NOR)
U.a. nicht für 2. Lauf qualifiziert: Mario Matt (AUT), Kilian Albrecht (AUT), Kurt Engl (AUT), Martin Kroisleitner (AUT)
U.a. ausgeschieden im 2. Lauf: Benjamin Raich (AUT)

(apa)