Riesen-Bankenfusion geplant: Frankreichs BNP Paribas greift nach italienischer BNL

Italienische Bank begrüßt französisches Angebot

Nach den gescheiterten Angriffen der spanischen Bank BBVA und des italienischen Versicherers Unipol greift jetzt die französische Großbank BNP Paribas nach der Banca Nazionale del Lavoro. Die BNP Paribas will rund neun Mrd. Euro in den Kauf der sechstgrößten Bank Italiens investieren. Der Kauf von 48 Prozent des BNL-Kapitals für 4,3 Mrd. soll bereits vereinbart sein.

Erst am Freitag hatte die römische Zentralbank eine Übernahme der BNL durch Unipol erneut abgelehnt. Unipol hält bereits 15 Prozent an BNL und bietet diese Anteile jetzt den Franzosen an. Damit kommt die BNP Paribas der spanischen BBVA zuvor, die angeblich ein neues Offert plant, nachdem ihr erster Versuch vom damaligen Notenbankchef Antonio Fazio vereitelt worden war.

Die hochprofitable BNP Paribas hat 110.000 Mitarbeiter in 85 Staaten, davon bereits mehr als die Hälfte außerhalb Frankreichs und 3.700 in Italien. Sie will die Übernahme ohne Kredite finanzieren. Die BNL hat 17.000 Mitarbeiter in 800 Filialen in Italien. Die Übernahme soll jährlich 400 Mio. Euro Synergien bringen. Im ersten Jahr soll dies durch Belastungen von 450 Mio. Euro ausgeglichen werden.

Schon jetzt ist die BNP Paribas eine der größten Banken Europas. Gemeinsam mit BNL würde der Konzern eine Börsenkapitalisierung von 71 Mrd. Euro und einen Überschuss von 6,3 Mrd. Euro ausweisen. Der Finanzkonzern wäre führend im Filialgeschäft des Mittelmeerraumes mit 3.500 Filialen von Ägypten und der Türkei bis zum Maghreb und Südeuropa. Stellenstreichungen seien nicht geplant, hieß es.

(apa)