Retourkutsche der USA an Venezuela: Eine Diplomatin wurde des Landes verwiesen

Zuvor ließ Chavez einen US-Diplomaten ausweisen Angespannte Beziehung zw. Venezuela und den USA

Die Beziehungen zwischen Venezuela und den USA haben einen neuen Tiefpunkt erreicht: Einen Tag nach der Ausweisung eines Militärattaches der US-Botschaft in Caracas haben die USA eine venezolanische Diplomatin zur "Persona non grata" erklärt. Jeny Figueredo Frias habe 72 Stunden Zeit, die USA zu verlassen, sagte US-Außenamtssprecher Sean McCormack in Washington. Sie habe sich keines Vergehens schuldig gemacht, sondern sei lediglich "die passendste Wahl" gewesen.

Die USA seien zwar eigentlich nicht an Retourkutschen interessiert, sagte McCormack weiter. Washington habe nach der Ausweisung des Militärattaches aber reagieren müssen.

Der venezolanische Vize-Außenminister Pavel Rondon sagte gegenüber dem Rundfunksender Radio Union in Caracas, dieser Schritt sei "unpassend und unverhältnismäßig". Figueredo war Persönliche Referentin des venezolanischen Botschafters in den USA, Bernardo Alvarez.

Chavez wies US-Diplomaten aus
Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hatte am Donnerstag die Ausweisung des Marineattaches bekannt gegeben. Der US-Diplomat sei ein Spion und müsse das Land sofort verlassen, sagte er. Die USA wiesen die Spionagevorwürfe zurück.

Die Beziehungen zwischen Venezuela und den USA sind seit Jahren gespannt. Chavez hat Washington schon mehrfach vorgeworfen, seine Entmachtung betreiben zu wollen. Auf dem Weltsozialforum in Caracas vergangene Woche bezeichnete er den US-Präsidenten George W. Bush als "größten Terroristen der Welt". US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wiederum verglich den venezolanischen Staatschef am Donnerstag mit Adolf Hitler. (apa)