Rekordkälte in Russland und Nordeuropa: Schon zahlreiche Menschen erfroren!

Lawine reißt Bus in Türkei in den Abgrund: 8 Tote Skandinavien: Temperaturen von bis zu 42,6 ° Minus

Rekordkälte in Russland und Nordeuropa: Schon zahlreiche Menschen erfroren!

Der eisige Winter hat neben Russland und Nordeuropa seit Sonntag auch den Osten Deutschlands fest im Griff. An der Oder maß der Deutsche Wetterdienst am Sonntag stellenweise minus 19 Grad. In der Ukraine erfroren bei Temperaturen um bis zu minus 30 Grad allein am Freitagabend und Samstag elf Menschen. In Skandinavien sorgten Schnee und Frost für Verkehrschaos.

Im Norden und Osten der Türkei waren etwa 3.600 Dörfer wegen heftiger Schneefälle von der Außenwelt abgeschnitten. Acht Menschen wurden von einer Lawine getötet, ein weiterer erfror. In der japanischen Hauptstadt Tokio schneite es so heftig wie seit fünf Jahren nicht mehr.

In der Ukraine stieg die Zahl der Toten seit Beginn der Kältewelle auf 18. Mindestens 86 Menschen wurden in Folge der eisigen Temperaturen ins Krankenhaus eingeliefert. Am Samstag lagen die Temperaturen in weiten Teilen des Landes nach Angaben von Meteorologen bei minus 25 Grad. In Estland, wo die Temperaturen am Samstag auf bis minus 33 Grad fielen, starben im Zusammenhang mit der Kältewelle vier Menschen. Im Nordosten Polens schnitten heftige Schneestürme einige Dörfer von der Stromversorgung ab. Im südpolnischen Ostrowiec brach das Dach einer Fabrikhalle unter der Schneelast zusammen. Dabei starben zwei Menschen, ein weiterer wurde verletzt.

In der Türkei waren laut der Nachrichtenagentur Anadolu von der Kälte besonders der Osten Anatoliens sowie die Schwarzmeerregion betroffen: Hier waren insgesamt 3.600 Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. In der östlichen Provinz Bitlis kamen acht Menschen ums Leben, als ihr Bus von einer Lawine in einen Fluss gerissen wurde. 15 Menschen wurden verletzt. Wegen der Nutzung defekter Kohleöfen starben am Samstag laut Anadolu sieben Menschen, darunter ein sechs Monate altes Baby, an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Ein Mann, der am Samstag bei schweren Schneefällen zu Fuß in einer Bergregion unterwegs gewesen war, starb laut Anadolu in der Kälte.

In den skandinavischen Ländern kam es bei Temperaturen von bis zu 42,6 Grad zu erheblichen Behinderungen im Flug-, Straßen- und Bahnverkehr. Nachdem in Kopenhagen der Flughafen am Freitagabend mehr als zwei Stunden lang gesperrt war, kam es danach zu erheblichen Verzögerungen. Wegen der Flugausfälle musste die norwegische Königsfamilie mit einem Nachtzug zur Taufe des Sohns von Dänemarks Prinz Frederik und Prinzessin Mary am Samstag anreisen. In Norwegen wurden bei schweren Stürmen rund 700 Gebäude beschädigt. Rund 30.000 Haushalte waren ohne Strom.

In der russischen Hauptstadt Moskau erfroren in der Nacht auf Sonntag nach Angaben des ärztlichen Notdienstes drei weitere Menschen. Die Zahl der Kältetoten in Moskau stieg damit auf 79. Die russischen Behörden sorgten sich um das Heizungssystem. Es habe seine Grenzen erreicht, sagte der Chef des Energiekonzerns UES, Anatoli Tschubais. Der russische Energieversorger Gasprom gab erstmals Störungen zu.

(apa/red)