Die Formel "Je reicher, desto gleicher vor Gesetz und Staat" überrascht nicht wirklich. Jedoch so toll wie jetzt hat es der Geldadel in Österreich wohl noch nie getrieben. Das Fass zum Überlaufen bringt Milliardärin Ingrid Flick. Als sie mit Prunk, Protz und Promis den privaten Tennisplatz für ihre Sprösslinge einweihen ließ, wurde bekannt, dass die "Flick Stiftung" ein Stück der Wörthersee- Süduferstraße kauft und diese verlegen lassen will.
Das bringt nun sogar im Kärntnerland die Volksseele zum Kochen. Nicht genug, dass der freie Zugang zum Wörthersee ohnehin nur mehr an wenigen Stellen möglich ist, wollen die Superreichen am See nun den Pöbel auch aus den Augen haben, sprich, die ganze Straße verlegen. Das gedeihliche Nebeneinander von Prominenz und eingeborenem Proletentum scheint aufs Äußerste gefährdet.
In Bedrängnis bringt Flick allerdings nicht nur sich selbst. Denn plötzlich stehen viele weitere Prominente mit ihren Sondergenehmigungen auf dem Prüfstand. Die Ausnahmen für Milliardäre werden zum Sündenregister der heimischen Politiker, die sich immer gerne mit den Mäzenen zeigen oder nach dem Ende der Politkarriere als Berater ebendort auftauchen. Nun hat der frühere Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, der den Tiroler Immobilieninvestor René Benko berät, sicher keinen direkten Einfluss auf Baugenehmigungen in Wien.
Tatsache ist aber, dass Benko viele Coups in der City der Bundeshauptstadt gelingen. Die frühere Länderbankzentrale am Hof, die er zu einem Hyatt-Hotel umbaut, darf zwar nicht aufgestockt werden. Doch das Dach zu perforieren, damit künftige Luxussuiten genügend Licht bekommen, wurde gegen anfänglichen Widerstand des Weltkulturerbe- Beauftragten der Innenstadt genehmigt. Quer durch Österreich finden sich Beispiele, die allesamt keine Vergehen darstellen, lediglich Ausnahmen für besonders tüchtige Menschen.
Verschiedene Beispiele finden Sie in der Slideshow im Artikel. Die ganze Geschichte lesen Sie in der aktuellen Printausgabe von NEWS (29/12).