Regionalzug in Montenegro verunglückt: Mindestens 41 Menschen bei Crash getötet

175 Personen wurden bei Absturz in Abgrund verletzt Innenminister: Fehler im Bremssystem als Auslöser<br>Eisenbahndirektor & Verkehrsminister zurückgetreten

Regionalzug in Montenegro verunglückt: Mindestens 41 Menschen bei Crash getötet

41 Tote und 175 Verletzte hat ein Zugunglück Montag Nachmittag in Montenegro gefordert. Der Personenzug war bei der Ortschaft Bioce, nördlich der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica, entgleist und in einen Abgrund gestürzt. Nach Angaben des Leiters des Klinikzentrums in Podgorica, Miodrag Djurovic, befinden sich unter den Todesopfern auch fünf Kinder. Der Polizei zufolge könnten sich im Wrack noch weitere Todesopfer befinden.

Nach dem schweren Zugunglück trat Eisenbahndirektor Ranko Medenica in der Nacht auf Dienstag zurück. Zuvor hatte dies auch Verkehrsminister Andrija Lompar getan. Innenminister Jusuf Kalamperovic erklärte, dass die Rettungsaktion auch während der Nacht fortgesetzt sein werde. Unter den Opfern waren viele Kinder, die von Skiferien zurückkehrten.

Laut den Augenzeugen stürzten vier Waggons des Passagierzugs gegen 16.00 Uhr bei der Ausfahrt aus einem Tunnel über eine Böschung 50 Meter tief in den Abgrund. Als Unfallursache wurde Bremsversagen angenommen. Die Eisenbahnstrecke zwischen Belgrad und Podgorica wurde 1976 errichtet und gilt als stark reparaturbedürftig.

Die Regierung Serbiens forderte unterdessen alle Krankenhäuser im Lande auf, sich für die eventuelle Aufnahme von Opfern des Zugunglücks in Montenegro vorzubereiten. Das Klinikzentrum in Podgorica appellierte an die Familienangehörigen von Patienten, die kein Notfall sind, diese abzuholen, um Platz für die Verunglückten zu schaffen.

Die montenegrinische Regierung ordnete am Abend eine dreitägige Staatstrauer an.
(apa)