Red Bull Salzburg von

Tiefer geht's immer

Früher scheiterte man mit Anstand an guten Gegnern. Heute muss man sich genieren.

Red Bull Salzburg - Tiefer geht's immer © Bild: GEPA/Roittner

Red Bull Salzburg hat geschafft, was kaum für möglich gehalten wurde: Auf der nach unten offenen Ochsen-Skala wurde tatsächlich ein neuer Tiefstwert erreicht. Die Champions-League-Anläufe der Salzburger sind offenbar fast im Jahresrhythmus für fragwürdige Highlights gut. Dabei hat die Geschichte von Red Bull und der Königsklasse gar nicht so miserabel begonnen. Die Rückschläge näherten sich aber kontinuierlich der Gürtellinie an – spätestens die insgesamt vier Treffer von F91 Düdelingen fanden ihr Ziel aber deutlich unter dieser Schmerzgrenze.

2006 schien der Salzburger Himmel noch einigermaßen heil zu sein: Zwar scheiterte man an Valencia und ein jahr später an Donezk, aber gegen beide Klasseteams gab es immerhin 1:0-Heimsiege. Dass nach dem Tiefpunkt gegen Maccabi Haifa (2009, Gesamtscore 1:5) nur ein Jahr später mit Hapoel Tel Aviv (Gesamtscore 3:4) das nächste unappetitliche Aus folgen sollte, war dann allerdings schon eher unangenehm.

Wie sich aber jetzt heraustellen sollte, hatte Red Bull noch Reserven: F91 Düdelingen kegelte die Salzburger Millionentruppe mit einem Gesamtscore von 4:4 dank der Auswärtstreffer aus dem Bewerb. Man darf gespannt sein, was die "Ochsen" im nächsten Jahr zu bieten haben werden. Einziges Problem dabei: Es gibt einfach keine noch kleineren Fußballzwerge als die Luxemburger. Vielleicht schaut ja der Vatikan vorbei, das würde wenigstens für ein Wiedersehen mit Ex-Coach Giovanni Trapattoni (Anm. Teamchef des Vatikan) sorgen. Nach dem Auftritt gegen Düdelingen sollte man sich jedenfalls hüten zu glauben, dass es nicht mehr schlimmer geht.

Salzburger wollen nicht
Aber warum? Salzburg hat einen Haufen Geld, eine Infrastruktur auf Weltklasseniveu und einen millionenteuren Kader. Dass man trotzdem regelmäßig mit atemberaubender Zielstrebigkeit scheitert, zeugt jedenfalls auch von einem beeindruckenden Problem im Kopf der Kicker. Konstanten Siegeswillen gegen jeden Gegner zeigen jedenfalls nur Jakob Jantscher und Stefan Maierhofer. Zweiterer verfügt aber leider über keine nennenswerten technischen Fähigkeiten. Stellen Sie sich nur vor, jeder seiner Teamkollegen würde seinen Einsatz zeigen - alle Salzburger Probleme wären gelöst.

Natürlich ist es nicht fein, jetzt auch noch auf die Salzburger einzuprügeln. Aber so leid es mir tut: Wer sich so blamiert, der muss mit dem Spott leben. Pepi Hickersberger hängt die Färöer-Pleite bis heute nach – aber das geschah immerhin auf einer unwirtlichen Atlantik-Insel. Red Bull scheitert hingegen in der kuschligen Luxus-Heimat an Amateur-Kickern, denen wegen inferiorer Salzburger sogar die Urlaubstage ausgehen.

Bullen von Gut Aiderbichl?
Als Folge der Red-Bull-Katastrophe ist übrigens davon auszugehen, dass sich künftig noch weniger Zuschauer in die Bullen-Arena verirren werden. Wer einen Hundskick sehen will, der kann das nämlich auch bei günstigeren Getränkepreisen haben. Alternativ könnte man das Salzburger Stadion ja vielleicht von Gut Aiderbichl beweiden lassen und zwecks Unterhaltung der Anwesenden Kuh-Roulette spielen. Dann wären wenigstens Bullen mit Leidenschaft am Feld.

Kommentare

sehr gut geschrieben sehr gut geschrieben, genau so ist es. Dieser Salzburger Dosen-Club ist mit der früheren
Austria Salzburg nicht zu vergleichen, aber da gab es ja auch noch gute Fussballspieler, die
sich für ihren Verein einsetzten und kämpften.
Aber seit es Red-Bull Salzburg gibt haben ja nur mehr Millionäre das Sagen, die haben aber
keine Ahnung vom Fussball.
Der ORF sollte kein Spiel mehr von diesen Dosen-Club im TV übertragen.

Österreichisch Lesson 1 Ligscht auf da Tack\'n ziagma da no ane driwa, wurscht obst schtier bisd oda ned.

BadGremlin melden

Was für eine Sensation... Eine Mannschaft gewinnt gegen eine andere. Eine Blamage für Österreich ? Nur weil man eventuell ein paar Punkterl für die 5-Jahreswertung verliert, die ohnehin und vorallem nur die Salzburger geholt haben ? Sollen sich eben die verbleibenden Teams einmal ein wenig anstrengen, wobei ich bei Ried und Admira keine Bedenken habe.
Ps: Unsere Ochsen werden Euch schon noch zeigen, dass ein Phönix nicht aus Gut Aiderbichl kommt.
Pps: Wäre besser, man würde sich um die Politiker so "ehrlich schreibend" kümmern, wie um Sportler... aber unsere Journalisten eben....

huginator melden

Re: Was für eine Sensation... Nicht das verlieren ist die Blamage, sondern als Red Bull Salzburg gegen Düdelingen auszuscheiden. Das ist, wie wenn der Benni Raich langsamer fährt, als ein Hobbyläufer aus Griechenland.

burbank melden

Re: Was für eine Sensation... Ich vermute ja mittlerweilen, dass das ganze ein marketing-schmäh von red bull ist. somit ist red bull gesprächsthema nr. 1. :-) :-)

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