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Komplett neue Bullen

Sportdirektor Rangnick baut die Mannschaft völlig um - zuletzt acht neue Spieler

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    Bild 1 von 5 © Bild: GEPA/Roittner

    Sportdirektor Ralf Rangnick hat den Kader nach dem peinlichen Europacup-Aus gegen Düdelingen komplett umgekrempelt: "Wir müssen versuchen, nicht nur für die österreichische Liga, sondern auch international gut genug zu sein."

Neue Spieler sind in Salzburg keine Seltenheit. Einen derart radikalen Umbruch während der Saison hat es in der Red-Bull-Ära aber bisher nicht einmal bei Österreichs Fußball-Meister gegeben. Seit dem blamablen Aus in der Champions-League-Qualifikation Mitte Juli gegen Düdelingen holten die Salzburger acht neue Spieler, fünf davon erst kurz vor Transferschluss. Die Defensivspieler Isaac Vorsah und Rodnei sowie die Offensivspieler Sadio Mane, Kevin Kampl und Bright Edomwonyi wurden am Donnerstag vorgestellt.

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Für die Neuen muss Platz geschafft werden. Sportdirektor Ralf Rangnick und sein Trainer Roger Schmidt eliminierten die mit teilweise sehr gut dotierten und noch länger laufenden Verträgen ausgestatteten Brasilianer Douglas, Cristiano und Leonardo sowie den Schweden Rasmus Lindgren und den Uruguayer Joaquin Boghossian aus dem Kader. Das Quintett darf seit Montag nur noch beim neuen Red-Bull-Zweitteam FC Liefering in der Regionalliga West mittrainieren.

"Sie werden bei uns keine Rolle mehr spielen", versicherte Rangnick. "Wir werden hier nicht mit 30 Feldspielern trainieren, das macht für niemanden Sinn." Für die einst um Millionenbeträge nach Salzburg geholten Spieler sollen neue Clubs gefunden werden. "Es gibt Länder, in denen das Transferfenster noch offen ist", erinnerte Rangnick. An den Ablösesummen werde es nicht scheitern. "Wir werden keine horrenden Forderungen stellen."

Fehlende internationale Klasse der Spieler

Zuletzt hat sich ÖFB-Teamspieler Jakob Jantscher aus Salzburg verabschiedet. Der beste Spieler der vergangenen Bundesliga-Saison wechselte mit Kaufoption leihweise für ein Jahr zu Dynamo Moskau. "Wir werden den Kader auf 21 oder 22 Feldspieler reduzieren", sagte Rangnick. "Das bleibt dann bis Weihnachten so." Mit Kapitän David Mendes, Dusan Svento und Alan fallen einige Spieler noch länger aus. Auch die Neuzugänge Rodnei und Edomwonyi sind für das Ligaspiel am Samstag gegen Ried noch kein Thema.

Den Umbruch erklärte Rangnick, seit Ende Juni im Amt, mit der fehlenden internationalen Klasse des Teams, das Schmidt-Vorgänger Ricardo Moniz in der Vorsaison zum Meistertitel und durch die Gruppenphase der Europa League geführt hatte. "Wir wollen irgendwann die Champions League erreichen. Wir haben gemerkt, dass es nicht so viele Spieler gibt, die dem Anspruch genügen können", sagte der deutsche Ex-Trainer von Schalke 04 und 1899 Hoffenheim.

Acht neue Legionäre

"Wir müssen versuchen, nicht nur für die österreichische Liga, sondern auch international gut genug zu sein", betonte Rangnick. "Was wäre die Alternative gewesen? Hätten wir so weitergemacht wie bisher, hätten wir vielleicht kein ganzes Jahr verloren - aber zumindest ein halbes bis zur Winterpause. Mit dem Kader, den wir jetzt haben, wird es im Winter nur noch kleinere Korrekturen geben. Jetzt geht es darum, eine Mannschaft zu formen." Mit acht neuen Legionären.

Jahrzehnte entfernt fühlen sich die im Vorjahr von Rangnicks Vorgänger Heinz Hochhauser getroffenen Aussagen an, den Salzburger Bullen den "Champions-League-Rucksack" abzunehmen und verstärkt auf österreichische Spieler zu setzen. "Wie war denn der Zuschauerschnitt, als im Vorjahr noch mehr Österreicher da waren?", fragte Rangnick provokant. "Die Österreicher, denen wir zutrauen, bei uns eine wichtige Rolle spielen, sind noch immer da."

"Wir haben richtig gute Spieler geholt"

Auch die heimische Bundesliga bekam ihre Geringschätzung ab. "Wieviele Spieler haben denn im Länderspiel gegen Deutschland (1:2) gespielt, die in der österreichischen Liga spielen? Zero", sagte Rangnick. Zumindest in der Startformation, in der in Salzburg mit Valon Berisha und Havard Nielsen auch zwei neue Norweger stehen. "Wir haben richtig gute Spieler geholt", versicherte Rangnick. "Es ist nicht selbstverständlich gewesen, diese Spieler nach Salzburg zu bekommen."

Kampl etwa war erst vor zwei Monaten vom deutschen Drittligisten VfL Osnabrück zum Zweitligisten VfR Aalen gewechselt, ehe es nach Salzburg ging. Bis zu drei Millionen Euro sollen die Bullen für den slowenischen U21-Teamspieler locker gemacht haben. "Ich sehe das als wichtigen Schritt, als große Herausforderung", sagte Kampl. Rodnei und Vorsah verfügen auch über internationale Erfahrung, letzteren sieht Schmidt eher als Innenverteidiger denn als defensiven Mittelfeldmann.

"Saison beginnt noch einmal neu"

Der Trainer trägt die neue Transferpolitik seines Chefs zur Gänze mit. "Ich stehe zu 100 Prozent dahinter", betonte Schmidt. "Meine Hauptaufgabe ist es nicht, jeden Spieler zu beobachten. Ich bin in dem Maße miteinbezogen, in dem ein Trainer einbezogen sein soll." Nun gehe es darum, zusammenzufinden. "Alte und neue Spieler gibt es für mich jetzt nicht mehr", erklärte Schmidt, der von Tabellenplatz drei aus den Meistertitel holen muss. Rangnick: "Die Saison beginnt für uns in dieser Konstellation noch einmal neu."

Kritik der Spielergewerkschaft

Die österreichische Fußballer-Gewerkschaft (VdF) kritisierte die Vorgehensweise der Salzburger. Das aus dem Profi-Kader eliminierte Quintett habe laut Kollektivvertrag das Recht auf Training für die Mannschaft, für die die Spieler auch verpflichtet wurden. Im Salzburger Fall würde es sich daher um einen klaren Verstoß gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen handeln, der eine Vertragsauflösung rechtfertigen würde. Die VdF kündigte via Mitteilung an, die Profis dahingehend zu unterstützen.

Kommentare

Bei Red Bull arbeiten meiner Meinung auch nur Amateure. Wieso kaufen die Spieler, wenn Sie dann eh nicht eingesetzt werden und dann in der Westliga versauern. Professionalität sieht anders aus. Der Fisch beginnt bekanntlich am Kopf zu stinken an. Mateschitz besorg dir mal gute Leute.

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