Red Bull Salzburg von

Die Salzburger Ochsentruppe

Vergeigt der Millionenclub auch den fünften Anlauf Richtung Champions League?

Red Bull Salzburg - Die Salzburger Ochsentruppe © Bild: GEPA/Roittner

Die Legende, dass es im Fußball keine "kleinen Mannschaften" mehr gibt, hat Red Bull Salzburg eindrucksvoll widerlegt. Denn F91 Düdelingen ist eindeutig ein Fußballzwerg - und der hat der Salzburger Millionentruppe gestern Abend eine grausliche 1:0-Watsche verpasst. Double-Gewinner Salzburg ist damit am besten Weg, im fünften Champions-League-Anlauf der Ära-Red-Bull den fünften Quali-Bauchfelck hinzulegen.

Die Salzburger Verantwortlichen waren ob der Darbietung konsterniert. Trainer Roger Schmidt sah ein Gesicht seiner Mannschaft, das "kannte ich bisher noch nicht, das ist auch nicht zu akzeptieren. Es gibt nichts zu beschönigen. Wir haben schlecht ins Spiel gefunden und es wurde immer noch schlechter".

Daher droht in der Champions-League-Qualifikation ein so frühes Aus wie noch nie. Bisher scheiterten die Salzburger stets an der letzten Hürde und durften so im UEFA-Cup bzw. in der Europa League weiterspielen. Gelingt am kommenden Dienstag (18.00) im Rückspiel nicht noch die Wende, sind der Champions-League-Traum und Auftritte auf der internationalen Bühne diesmal schon im Juli beendet.

Rückspiel-Showdown gegen Düdelingen
Noch können Mendes und Co. die totale Blamage aber abwenden. "Das einzig Positive war, dass es erst das Hinspiel war und wir nächste Woche die Möglichkeit haben, das Ganze zu korrigieren. Wenn wir es bisher nicht gewusst haben, so ist jetzt klar, dass wir das Rückspiel außerordentlich ernst nehmen müssen", meinte Schmidt.

"Wir haben nicht die richtigen Entscheidungen getroffen, einfache Fehler gemacht", analysierte der Coach, der auch selbst eine unglückliche Wahl getroffen hat. Schmidt brachte in der 74. Minute Rasmus Lindgren, der mit seiner ersten Ballberührung den entscheidenden Fehler machte, den Aurelien Joachim in der 75. Minute zum Siegestreffer nützte. "Ich wollte eine Linie ins Spiel bringen, aber man kann im Nachhinein immer über jedes Detail diskutieren", meinte Schmidt zu seiner Personalentscheidung.

Schlappe Bullen-Mannschaft
Vier Tage vor dem Start der heimischen Bundesliga muss dem großen Titelfavoriten aber nicht nur die fehlende spielerische Linie zu denken geben, sondern auch, dass sich die Spieler gegen die Niederlage nicht vehement wehrten. "Das Aufbäumen hat gefehlt", gestand der neue Trainer.

Allerdings war es nicht das erste Mal, dass sich eine Salzburger Star-Truppe gegen einen Fußball-Zwerg blamiert hat. Vor zwei Jahren etwa kassierten die "Bullen" auf den Färöern gegen Torshavn eine 0:1-Auswärtsniederlage, hatten aber dank eines klaren Heimsiegs davor den Aufstieg schon so gut wie sicher. Nun müssen sie aber einem Rückstand nachlaufen.

Svento könnte lange fehlen
Zur sportlichen Niederlage kam am Dienstag auch das Unglück von Dusan Svento. Der Slowake ging bereits nach wenigen Minuten nach einem Zweikampf schmerzverzerrt zu Boden und musste einem Kreuzbandriss ausgewechselt werden. Außerdem ist auch das Seitenband des linken Knies eingerissen, wie eine MR-Untersuchung ergab. Im Rückspiel fehlt zudem auch Soriano, der in der 90. Minute wegen einer vermeintlichen Schwalbe mit Gelb-Rot ausgeschlossen wurde.

Bereits am Freitag (12:00 Uhr) erfährt Salzburg bei der Auslosung in Nyon den möglichen Gegner für die dritte Qualifikationsrunde. Doch das ist vorerst zur Nebensache geworden.

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