Ein "rasantes Wachstum" für die Weltwirtschaft prognostiziert das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Der Welthandel werde bis 2015 jährlich um 7,5 Prozent zulegen. In der Eurozone werde die Erholung allerdings durch die Krise bei den Staatsfinanzen schwächer ausfallen. Der Wechselkurs des Euro werde sich daher bis 2012 auf 1,20 Dollar abschwächen, bis 2015 wieder auf 1,35 Dollar erholen.
"Für die europäische Wirtschaft ist die Bewältigung der Schuldenkrise von besonderer Bedeutung", heißt es in der Wifo-Mittelfriststudie bis 2015. Die Verbesserung der Weltkonjunktur seit der Krise sei vor allem auf die stark expansive Geld-und Fiskalpolitik zurückzuführen. Allerdings konnten diese Impulse in den Industrieländern "noch keinen selbsttragenden Aufschwung auslösen".
Dieses "Dilemma" werde die Wirtschaft im Euro-Raum auch in den kommenden Jahren beeinträchtigen, heißt es in der Studie. Daher werde auch der Wechselkurs des Euro, der heute bei 1,35 Dollar steht, bis 2012 auf 1,20 Dollar sinken. Denn die dämpfenden Effekte der Euro-Krise würden zunächst stärker ausfallen als die den Dollar schwächenden Effekte der US-Auslandsverschuldung. Nachdem die
Eine Erholung des Euro-Wechselkurses sei erst in Sicht, wenn die EU 2013 den Euro-Schutzschirm (European Financial Stability Facility) in einen permanenten "European Stability Mechanism" umwandelt. Dann sollte sich der Euro-Wechselkurs wieder auf 1,35 Dollar erholen.
Erdölpreis soll bis 2015 stärker ansteigen
Die Rohstoffpreise sind seit Mitte 2010 um rund 25 Prozent gestiegen. Bis 2015 sollen die Erdölpreise mit einem Plus von jährlich 6,1 Prozent weitaus stärker zulegen als jene anderer Rohstoffe (plus 3,7 Prozent). Industriewaren hingegen als Folge des starken Wettbewerbs nur geringfügig (plus 0,5 Prozent pro Jahr) steigen.
Der Welthandel werde zwischen 2010 und 2015 um 7,5 Prozent pro Jahr wachsen. Die Weltproduktion soll sich laut Wifo ab 2012 merklich erholen und mittelfristig um 4,5 Prozent pro Jahr wachsen. Die Dynamik in den Industrieländern sei mit einem Wachstum von durchschnittlich 2,4 Prozent pro Jahr wesentlich geringer. Für die EU vermutet man ein Wachstum von 2,2 Prozent. Das höchste Wirtschaftswachstum sollte weiterhin China und Indien mit 8,9 bzw. 8,6 Prozent ausweisen. In den anderen Entwicklungs- und Schwellenländern dürfte das Bruttoinlandsprodukt bis 2015 um etwa 5 Prozent pro Jahr zunehmen.
(apa/red)