Rapid Wien von

Ohne Schwung

Der Rekordmeister lieferte gegen die Admira sein bisher schwächstes Saisonspiel ab

Peter Schöttel blickt nachdenklich aufs Spielfeld. © Bild: GEPA pictures

Die zweiwöchige Länderspielpause hat Rapid offenbar nicht gutgetan. Beim 0:0 gegen die Admira war nichts zu sehen von jener Kreativität und Spielfreude, die den Fußball-Rekordmeister noch Ende August ausgezeichnet hatte. Selbst Trainer Peter Schöttel wollte an dem vielleicht schlechtesten Auftritt der Hütteldorfer in dieser Bundesliga-Saison nichts beschönigen.

"Die Admira war sehr stark, von meiner Mannschaft kann ich das nicht behaupten. Was die Spannung und Aggressivität betrifft, konnten wir nicht an die Leistungen vor der Länderspielpause anschließen. Wir waren nicht gut genug und hätten den Sieg nicht verdient gehabt", gab der Wiener zu.

Allzu große Sorgen bereitet Schöttel die misslungene Darbietung von Steffen Hofmann und Co. aber auch wieder nicht. "Es gibt im Fußball eben solche Tage, aber in wenigen Tagen haben wir wieder ein wichtiges Spiel", meinte der 45-Jährige mit Blick auf das erste Match in der Europa-League-Gruppenphase am Donnerstag in Wien gegen Rosenborg Trondheim.

Trainingsumstellung

Mit der Partie gegen die Norweger fällt der Startschuss zu äußerst kräfteraubenden Wochen - dann warten auf Rapid gleich sechs Spiele innerhalb von 15 Tagen. Um für diese Belastung gerüstet zu sein, legte Schöttel zuletzt einen Konditionsschub ein, der den Kickern möglicherweise noch in den Knochen steckte. "Wenn sie in den nächsten Tagen spritzig sind, haben wir es richtig gemacht. Die Trainingssteuerung ist immer eine Gratwanderung, die Admira war sicher spritziger", erklärte Schöttel.

Sein Widerpart Dietmar Kühbauer war trotz seines ersten Punktgewinns im Hanappi-Stadion als Trainer nicht wirklich zufrieden. "Weil ein Sieg möglich gewesen wäre." Der Burgenländer ärgerte sich vor allem über nicht konsequent ausgeführte Konterattacken und trauerte in diesem Zusammenhang dem zur Austria abgewanderten Philipp Hosiner nach. "Wenn er dabei gewesen wäre, hätten wir gewonnen."

Geisterspiel "sportlicher Nachteil"

Am Donnerstag drückt Kühbauer seinem Ex-Club wieder die Daumen, wenn es ohne zahlende Zuschauer im Happel-Stadion gegen Rosenborg Trondheim geht. Der frühere Teamspieler, der mit der Admira bereits im Juli 2011 in einem "Geisterspiel" gegen Rapid antrat, sieht die verschlossenen Stadiontore als "enormen Nachteil" für die Grün-Weißen und sprach damit Schöttel aus der Seele. "Das Geisterspiel ist für uns nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden (Anm.: Rapid entgeht wohl eine hohe sechsstellige Summe), sondern auch ein sportlicher Nachteil, wenn man sieht, wie wir in den letzten Wochen von den Fans angefeuert worden sind."

Gerade im Duell mit dem laut Papierform schwächsten Gruppenrivalen hätten die Hütteldorfer die Unterstützung von den Rängen dringend gebraucht. "Rosenborg ist der Gegner, gegen den wir die größte Chance haben, zu Punkten zu kommen. Deswegen ist es besonders bitter, dass wir keine Zuschauer haben. Jetzt können wir die Situation nur nehmen, wie sie ist, und hoffen, dass sie auch für den Gegner schwierig ist", meinte Schöttel vor dem Kräftemessen mit dem Tabellen-Dritten der norwegischen Liga, den er als "sehr initiatives Team" beschrieb. "Rosenborg versucht immer, vom Start weg das Spiel zu machen."

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