Putins Gaskrieg: Wie Energie zur Waffe wird

Der Gasprinz: Russlands Präsident Wladimir Putin pokert mit Erdgas um mehr Einfluss.

Putins Gaskrieg: Wie Energie zur Waffe wird

Präsident Putin will Russland so mächtig wie einst machen – mit Gas und Öl als Waffen. Auch die EU und Österreich sind verwundbar.

Ein kleiner Mausklick an einem gigantischen Schaltpult im Moskauer Stadtteil Tscherjomuschki genügte, um ganz Europa zittern zu lassen. In der Silvesternacht versiegte der Gasstrom aus Russland in die ukrainischen Pipelines. Bald darauf gingen auch die Gaslieferungen nach Westeuropa um ein Drittel zurück, angeblich auch wegen ukrainischer Abzweigungen. Das in einem der kältesten Winter seit langem.

Ein Warnschuss, der saß. Zu Zeiten der Sowjetunion griff Moskau zur Durchsetzung nationaler Interessen auf Panzer und Soldaten zurück, heute auf Öl und Gas. Für die Gaslieferungen will der Kreml nun auch von den einst begünstigten Teil- und Satellitenstaaten – wie auch von der westlichen Welthandelsorganisation WTO gefordert – Weltmarktpreise. Konkret fordert der russische Gasriese Gazprom nun von der Ukraine 230 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter Erdgas – eine Verfünffachung des bisherigen Preises. Kiew will aber nur 100 bis 110 Dollar pro 1.000 Kubikmeter zahlen.

Machtkampf mit Ukraine. Mit der Erhöhung des Gaspreises will Putin zwar auch die ukrainische Regierung des westlich orientierten, aber auch mit Korruptionsvorwürfen im eigenen Land konfrontierten Präsidenten Viktor Juschtschenko destabilisieren, freilich mehr noch wirtschaftliche Kontrolle. Ein „Spiel“, das er bereits im Herbst 2004 in Weißrussland inszenierte: Gazprom erhöhte damals von heute auf morgen den Preis drastisch. Weißrussland konnte nur zahlen, indem es sein Leitungsnetz an die Russen verkaufte. So stellt sich die russische Seite das auch im Fall der Ukraine vor: Gazprom will das ukrainische Netz der Gaspipelines übernehmen und damit die volle Kontrolle ausüben.

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