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Pussy Riot bleibt in U-Haft

Musikerinnen der Band Pussy Riot müssen bis 2013 in U-Haft bleiben

Putin - Pussy Riot bleibt in U-Haft © Bild: APA/EPA/KOCHETKOV

Die russische Punkband Pussy Riot muss ein weiteres halbes Jahr in Untersuchungshaft bleiben. Das entschied ein Moskauer Gericht am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax. Die Künstlerinnen bleiben mindestens bis zum 12. Jänner 2013 inhaftiert. Die erste Anhörung der kremlkritischen Band war von Festnahmen und scharfen Sicherheitsvorkehrungen begleitet.

Maria Aljochina (24), Nadeschda Tolokonnikowa (22) - beide haben kleine Kinder - sowie Jekaterina Samuzewitsch (29) hatten am 21. Februar in einem "Punk-Gebet" die Gottesmutter angefleht, Russland von Wladimir Putin zu erlösen. Ihnen drohen wegen Rowdytums bis zu sieben Jahre Haft. Der Vorfall hatte weltweit für Aufsehen gesorgt.

Bei der Anhörung mussten die drei Frauen, wie in Russland üblich, in einem Gitterkäfig sitzen. Die Verteidigung forderte zu Beginn der Anhörung die Vorladung von Putin. Der Präsident soll als Zeuge gehört werden. Dies lehnte das Gericht aber ab. Danach beantragten die Anwälte der Gruppe ein neues Gutachten über den Auftritt der Band. Die Staatsanwaltschaft wiederum forderte eine Verlängerung der Untersuchungshaft um sechs Monate.

Hexenjagd
Kremlkritiker sprechen entsetzt von einer Hexenjagd wie im Mittelalter. Russland erlebe einen politischen Schauprozess, wie es ihn seit dem Fall des Kremlkritikers Michail Chodorkowski nicht gegeben habe. Der Ex-Ölmanager gilt als schärfster Gegner Putins.

"Dieses Verfahren ist politisch. Es wird direkt von Putin oder seiner Umgebung gesteuert", sagt Verteidiger Nikolai Polosow der Nachrichtenagentur dpa. Er ist überzeugt, dass die wegen Rowdytums angeklagten Frauen zu Straflager verurteilt werden. Der Vorwurf: "Hooliganismus aus Gründen des religiösen Hasses". Die Anklage kommt zu dem Schluss, dass Pussy Riot mit der Gotteslästerung an den "ewigen Grundfesten der russisch-orthodoxen Kirche" gerüttelt habe.

Bleidigung orthodoxer Christen?
"Um die orthodoxen Christen noch tiefer in ihrem geistlichen Glauben zu verletzen (...), zogen sich die Teilnehmerinnen die Oberbekleidung aus und boten einen für einen solchen Ort unwürdigen Anblick", heißt es in der Anklage. Als Zeugen und Nebenkläger werden dort auch Mitarbeiter einer Wachfirma genannt. Dass die drei Frauen noch wild herumsprangen und im Altarraum vor heiligen Ikonen tanzen, habe viele Gläubige traumatisiert, heißt es.

Zu dieser Kritik stehen die Angeklagten weiterhin. Das Angebot der Kirche, sich schuldig zu bekennen und um Vergebung zu bitten, lehnen sie ab. Putin selbst verkündete nach seinem Wahlsieg am 7. März, er bitte die Gläubigen um Entschuldigung, weil die Frauen dazu nicht in der Lage seien. "Ich hoffe, dass sich so etwas nicht wiederholt", sagte er. Die Kirchenführung forderte eine harte Strafe.

Kommentare

Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren... ist genauso in Österreich strafbar. Was hat das mit Putins Politik zu tun? Vielleicht sollte man aber einfach mal den Drogenkonsum der Damen überprüfen.

tja... russland hatte gute chancen, aber sie haben sich aus dem 21 jhd verabschiedet,
zurück zur totalitären diktatur mit deckmantel demokratie, die hl orthodoxe inquisition kehrt zurück und die gulags erleben ihre wiederentdeckung

Die armen hochanständigen Gläubigen Triffts wieder einmal hart jaja. Ich bin empört ;-)

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