Prozessführung war "zu lasch": Saddam Hussein bedauert Rücktritt seines Richters

Ex-Diktator lobte Mohammed Amin als "Patrioten" PLUS: Prozess-Fortsetzung wurde auf Sonntag vertagt

Der irakische Ex-Präsident Saddam Hussein soll den Rücktritt seines Gerichtsvorsitzenden Risgar Mohammed Amin bedauert haben. Saddam Hussein habe Amin gelobt und als "gerechten Richter" bezeichnet, sagte der Präsident der jordanischen Rechtsanwaltskammer, Salah al-Armuti, der zum Verteidigerteam des irakischen Ex-Staatschefs gehört.

Armuti sagte der in Amman erscheinenden Zeitung "Al-Dustour", Saddam Hussein habe erklärt, Amin sei ein Patriot, obwohl er den Vorsitz in einem Gericht unter amerikanischer Besatzung übernommen habe.

Amin hatte sein Amt unlängst niedergelegt, nachdem ihn Regierungsmitglieder wegen seiner angeblich "laschen" Prozessführung kritisiert hatten. Ein Kritikpunkt war, dass er Saddam Hussein Raum zur Selbstdarstellung gegeben habe. Nach Informationen der Zeitung "As-Sabah" ist noch unklar, wer den für nächsten Sonntag angesetzten achten Verhandlungstag leiten wird. Saddam Hussein hat in dem Verfahren die Richter beschimpft, erschien zu einer Sitzung gar nicht und betete offen im Gerichtssaal, als der Richter keine Pause genehmigte. (apa)