Protest gegen Mohammed-Karikaturen: 1.000 Muslime zogen durch Wiener City

'Stoppt den Kreuzzug': Demonstration verlief friedlich Geplante Kundgebung vor Dänen-Botschaft fiel aus

Durchaus lautstark, aber friedlich haben in der Wiener Innenstadt rund 1.000 Moslems gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen demonstriert. Parolen wie "Hände weg von unserem Propheten", "Wer einen Propheten beleidigt, beleidigt alle Propheten" oder "Stoppt den Kreuzzug gegen den Islam" standen auf den Transparenten.

Obwohl bei einer Pressekonferenz zuvor angekündigt worden war, dass sich vor allem Jugendliche der zweiten Zuwanderer- Generation an dieser Aktion beteiligen würden, waren Demonstranten aller Altersklassen vertreten. Auf ihrem Rundzug skandierten sie unter anderem "Allah ist groß" und "Es gibt nur einen Gott, und Mohammed ist sein Prophet."

"Wir wollen auf unsere Rechte aufmerksam machen", erklärte einer der Veranstalter zur APA, "aber auf eine friedliche Weise. Wir leben hier in einem friedlichen Land und so soll es auch bleiben." Die Appelle, sich zu keinerlei Gewalttaten hinreißen zu lassen, wurden offenbar erhört. Zwischenfälle oder Ausschreitungen gab es keine.

Auch zur ursprünglich vorgesehenen Manifestation vor der dänischen Botschaft im Palais Gomperz in der Führichgasse, wo ursprünglich ein Protestschreiben überreicht werden sollte, kam es nicht. Am Ende der Kundgebung bedankten sich die Veranstalter am Heldenplatz auch artig für die "Begleitung der Polizei". Die anwesenden Beamten wurden mit Applaus bedacht.

Laut Organisatoren standen "zahlreiche arabische und nichtarabische Muslime" hinter der Aktion. Als Unterstützer traten auch die "Plattform der Antiimperialistischen Koordination" sowie eine nicht näher definierte "christliche Glaubensgemeinschaft" auf.

Zu der Aktion hatte explizit der 20-jährige Student Mohammed Mahmoud aufgerufen. Der Sohn ägyptischer Einwanderer, der österreichische Staatsbürger ist, wollte damit "seiner Wut politischen Ausdruck verleihen".

(apa)