"profil": Holender stellt die Abschaffung der Bundestheater-Holding zur Diskussion!

Staatsoperndirektor sieht keinen Sinn in Konstruktion

In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" stellt Staatsoperndirektor Ioan Holender die Bundestheater-Holding in Frage. "Welchen Sinn die Holding-Konstruktion hat, weiß ich nicht", urteilt er und stellt eine Abschaffung der Holding zur Debatte. "Gesetze können geändert werden und die Holding-Konstruktion ist zumindest äußerst diskutabel."

So müsse etwa im aktuellen Bezügestreit die Gewerkschaft mit der Holding verhandeln. "Ausbaden muss ein Scheitern der Gespräche aber nicht die Holding, denn die spielt ja nicht Theater", sagt Holender. "Die Staatsoper muss es ausbaden, wenn der Proben- und Vorstellungsbetrieb gestört wird. Unser Ruf steht am Spiel und unser Publikum wird enttäuscht und verärgert. Nicht das der Holding, denn die hat keines."

Gelassen reagiert Holender auf die Drohung des Betriebsrates der Wiener Philharmoniker, die Staatsoper zu verlassen. "Nicht die Philharmoniker, sondern die vor zwei Wochen neu gewählten Orchesterbetriebsräte haben dies überlegt. Es ist absolut tatsachenwidrig, dass ein Großteil der Philharmoniker nicht in der Oper bleiben will", sagt der Staatsoperndirektor im "profil"-Interview. "Ich weiß, dass die Äußerungen mit den Philharmonikern nicht abgesprochen worden sind. Ich lasse mich hier ganz bestimmt nicht unter Druck setzen."

Im Zusammenhang mit der anstehenden Neubesetzung der Direktion der Wiener Volksoper plädiert Holender für eine Zusammenlegung mit der Staatsoper: "Es würde beiden Häusern große Synergien bringen. Die Spielplankoordination und das Einsetzen der Sänger der beiden Häuser könnte viel effektiver gestaltet werden. Außerdem wäre es viel billiger."

Die Volksoper solle sich auf die Operette, die Spieloper, die Werke der Spätromantik und wichtige Werke des 20. Jahrhunderts konzentrieren. Musicals hingegen solle man den Wiener Musicalbühnen überlassen. "Das Hauptproblem der Volksoper besteht darin, dass sie ein anonymes Haus geworden ist", erläutert Holender gegenüber "profil". "Früher kannte man die Künstler, derentwegen man hingegangen ist. Wer ist heute die Operetten-Diva an der Volksoper? Wer der Operetten-Tenor? Man weiß es nicht, weil die Sänger permanent wechseln, noch rascher als die jeweiligen Direktoren."

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