Das Gigantenduell um Spaniens Fußball-Krone geht ab dem Wochenende in die nächste Runde. Real Madrid und der FC Barcelona werden sich auch diese Saison in der Primera Division unangefochten von den restlichen 18 Teams einen wohl erneut Rekorde brechenden Zweikampf liefern. Dabei gaben sich die Erzrivalen im Sommer sparsam: Sowohl Titelverteidiger Real, als auch Herausforderer Barcelona mit Neo-Coach Tito Vilanova blieben auf dem Transfermarkt ungewohnt zurückhaltend.
Spaniens Liga plagen finanziell schlechte Zeiten: Die 20 Vereine der Primera Division sitzen auf einem Gesamtschuldenberg von rund 3,5 Milliarden Euro. Insgesamt wurden bisher rund 60 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben - in der gesamten Liga. Noch vor drei Jahren gab allein Real 250 Millionen Euro für Einkäufe aus. Zum jetzigen Zeitpunkt ist Europameister Jordi Alba, der um 14 Mio. Euro von Valencia nach Barcelona wechselt, die teuerste Verpflichtung.
Königliche Zurückhaltung
Real Madrid hat überhaupt noch keinen neuen Spieler geholt. Bis zum Transferende am 31. August wird mit größter Wahrscheinlichkeit aber der Kroate Luka Modric von Tottenham zu den "Königlichen" wechseln. Der 26-Jährige ist der Wunschkandidat von Trainer Jose Mourinho. Da seine Mannschaft keine wichtigen Abgänge zu verkraften hat, sind die Madrilenen für viele Titelkandidat Nummer 1.
Was kann Vilanova?
In Barcelona will Vilanova in die großen Fußstapfen seines Vorgängers Pep Guardiola treten. Als ehemaliger Assistenzcoach kennt er die Stärken und Schwächen seines Teams um Superstar Lionel Messi genau. Messi selbst wird sich wohl wieder einen persönlichen Zweikampf mit Reals Cristiano Ronaldo um die Torjägerkrone liefern. Vergangene Saison stellte der kleine Argentinier mit 50 Liga-Treffern eine neue Bestmarke auf. Im Sturm zählen kann Barca auch wieder auf David Villa, der nach acht Monaten Verletzungspause kürzlich sein Comeback gab.
Herausforderer Valencia
Im Duell der Großen ein wenig mitmischen konnte in den vergangenen Saisonen immerhin Valencia. Der Dritte der abgelaufenen Meisterschaft baut sich unter dem neuen Trainer Mauricio Pellegrino am Sonntag in Madrid auch als erster Gradmesser für Real auf. Barcelona startet die Saison ebenfalls Sonntag im Heimspiel gegen Real Sociedad. Live zu sehen sind die Spiele auch diese Saison auf Laola1.tv. Groß ist die Vorfreude in der autonomen Region Galicien. Mit Deportivo La Coruna und Celta de Vigo stiegen gleich zwei Clubs in die Primera Divison auf.
Streit um TV-Gelder
Rechtzeitig abgewendet wurde ein drohender Boykott. Ein Protest von 13 Clubs hatten sich unter anderem dagegen gerichtet, dass mehrere Spiele erst um 23.00 Uhr beginnen sollen und damit nach Mitternacht zu Ende gehen werden. Auch die ungleichmäßige Verteilung der TV-Gelder bleibt Streitthema: Die Spitzenvereine Real Madrid und FC Barcelona erhalten fast die Hälfte des gesamten Kuchens. Eine Neuerung, die letzte Saison eingeführt worden war, ist bereits wieder abgeschafft worden. Um den asiatischen TV-Markt zu bedienen hatte "La Liga" 2011/12 Spiele um die Mittagszeit eingeführt. Dieser Versuch wurde wieder eingestellt.
