Polizei stellte 6,5 Kilo Heroin und Kokain in Wien sicher: Verkaufswert von 750.000 Euro!

Das Suchtgift war in Badezusatz-Flaschen versteckt Steiermark: 14-jähriger Drigendealer ausgeforscht

Insgesamt 6,5 Kilo Heroin und Kokain mit einem Straßenverkaufswert von rund 750.000 Euro hat die Wiener Polizei aus dem Verkehr gezogen. Nachdem Beamte eine Drogenübergabe beobachtet und die beiden mutmaßlichen Verdächtigen festgenommen hatten, fand die Polizei in einem Keller in Wien-Fünfhaus weitere große Mengen an Drogen. "Sie waren zum Teil in Badezusatz-Flaschen versteckt", sagte Oberstleutnant Georg Rabensteiner vom Kommissariat West. Unterdessen wurde in der Steiermark ein 14-jähriger Drogendealer ausgeforscht. ER verkaufte die Drogen seines Vaters an seine Freunde.

Anfang Jänner hatte die Polizei einen Tipp aus der Szene bekommen, dass Tony E., ein mutmaßlicher Großverteiler mit dem Szenenamen "Okwe", eine größere Lieferung an Drogen erwartet. Nach umfangreichen Observationen konnten die Beamten am 22. Jänner beobachten, wie "Okwe" in einem Call-Shop in der Herbststraße in Wien-Ottakring von einem anderen Schwarzafrikaner, Joseph I., offensichtlich Suchtgift gekauft hatte.

Nach der Transaktion schlugen die Beamten zu: I. ließ sich ohne Gegenwehr festnehmen, die Polizisten fanden größere Mengen Bargeld in dessen Unterhose. "Er hat anfangs gemeint, ein 'Mr. Smith' habe ihm gerade das Geld zum Aufpassen gegeben", sagte Rabensteiner. "Okwe" nahm hingegen beim Anblick der Exekutive Reißaus: "Er schlug wild um sich und rannte davon", meinte der Kriminalist. Die Flucht des Mannes wurde schließlich durch einen Polizeiwagen gebremst, der dem Schwarzafrikaner den Weg abgeschnitten hat. Bei "Okwe" fanden die Beamte 1,1 Kilo Suchtgift.

Bei den Einvernahmen gaben sich die Verdächtigen schweigsam. Erst nach Recherche durch eine "Kompanie von Polizeischülern" gelang es der Exekutive, die Wohnung von "Okwe" ausfindig zu machen. Verstärkt durch einen Polizeihund mit dem bezeichnenden Namen "Rex" fanden die Beamten im Keller des Hauses schließlich weitere 5,4 Kilo Kokain und Heroin.

Die Ware war gut versteckt. Nicht nur dass das Abteil mit "Stopp Gas!"-Warnschildern versehen war, die Drogen waren auch in wasserdichter Verpackung etwa in Badezusatz-Flaschen gelagert. Den beiden Verdächtigen wird zur Last gelegt, seit dem Jahr 2000 insgesamt 20 Kilo an Heroin und Kokain mit einem Verkaufswert von zwei Millionen Euro nach Österreich gebracht zu haben.

Steiermark: 14-jähriger Drogendealer
Ein erst 14 Jahre alter Obersteirer konnte dieser Tage von der Polizei in Leoben als mutmaßlicher Drogendealer ausgeforscht werden. Der Jugendliche soll seit Herbst 2004 seinem Stiefvater Cannabisprodukte, Marihuana und Haschisch gestohlen und an Freunde - darunter zwei Elfjährige - verkauft haben. Den Erlös verwendete der 14-Jährige für den Kauf von Computerspielen und Zigaretten.

Durch Hinweise aus der Bevölkerung sind die Kriminalisten dem mutmaßlichen Dealer auf die Schliche gekommen. Der Jugendliche hatte das Suchtgift im Herbst 2004 durch Zufall bei seinem 43-jährigen Stiefvater entdeckt, der es in Dosen im Schlafzimmer gelagert hatte. Die Drogen besorgte sich der suchtgiftabhängige Leobener entweder bei Dealern aus Wien oder er züchtete selbst Cannabispflanzen am hauseigenen Balkon.

Der Jugendliche vergriff sich immer wieder am Lager des Stiefvaters, um die Suchtgifte dann zum Preis von fünf oder sechs Euro an seine Freunde im Alter von elf bis 19 Jahren zu verkaufen. Erst im Sommer des Vorjahres, als der Drogenbestand des 43-jährigen plötzlich erschöpft war, gab der Bursche den Diebstahl zu. Die einzige Reaktion des Erziehungsberechtigten war aber lediglich, die Drogen woanders zu verstecken.

(apa)