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Vor Justitia sind manche gleicher

Kurt Kuch über Unterschiede vor dem Gesetz anhand eines aktuellen Beispiels

Politik - Vor Justitia sind manche gleicher © Bild: NEWS

Ein italienischer Musik-Stipendiat wurde in Wien für sechs Wochen in U-Haft genommen und in einem Blitzprozess zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Tat: Er hatte sich im Nobelhotel Imperial eingecheckt und die Rechnung von 1.453 Euro nicht bezahlt, weil die Kreditkarte ungedeckt war, da sein Stipendium von 6.000 Euro erst im September überwiesen wird. Die Rechnung des Imperial ist übrigens längst bezahlt.

Szenenwechsel: Uwe Scheuch, Landeshauptmannstellvertreter in Kärnten, bekommt trotz eindeutigem Tonbandbeweis nach zweieinhalb Jahren in Sachen "part of the game" (Staatsbürgerschaft gegen
Parteispende war das Thema) sieben Monate bedingt plus eine Geldstrafe. U-Haft gab’s keine, und rechtskräftig ist das
Urteil auch nicht. So was dauert eben.

Frühere Parteigänger Scheuchs sind in einer Russen-Staatsbürgerschaftsaffäre übrigens vor wenigen Monaten freigesprochen worden. Obwohl Geld floss und die Russen eingebürgert wurden.

Wir lernen: Wer Politiker ist, wird von Österreichs Justiz besser behandelt. Und: Wer "mutmaßlich straffällig gewordener"
Asylwerber ist, kommt in Kärnten auf die Saualm. Wer mutmaßlich straffällig gewordener FPK-Chef ist, taugt hingegen weiterhin als Kärntner Landeshauptmannstellvertreter. Absurd, oder?