Polit-Pleite: Gehrers Geister-Uni

Polit-Pleite: Gehrers Geister-Uni

Österreichs Top-Wissenschaftler rechnen mit Bildungsministerin Gehrers Uni-Projekt in Gugging ab.

Was ursprünglich als ultimativer Befreiungsschlag aus der Dauerkrise angelegt war, geriet der Bildungsministerin zum veritablen Flop. Aus der erträumten Elite-Universität, die ihresgleichen in Europa suchen sollte, wurde mit einem Schlag eine Geister-Uni. In den Gemäuern der bisherigen Landesnervenheilanstalt Maria Gugging nahe Wien, aber schon in Niederösterreich, sollte eigentlich der Geist internationaler Top-
Wissenschaftler wehen. Jetzt herrscht Tristesse pur.

Der Grund: die Art, wie ÖVP-Ministerin Elisabeth Gehrer – so sehen es die anerkannten Fachleute der von ihr selbst eingesetzten Projektgruppe, Anton Zeilinger, Peter Schuster und Arnold Schmidt – deren Einwände einfach vom Tisch wischte. Die Folge: Die Wissenschaftler beendeten aus Protest prompt ihre Mitarbeit.

Zuckerl für Pröll? Die Opposition wiederum wittert, dass die unter Druck stehende Ministerin das Prestigeprojekt ihrem Parteifreund, Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, zuschanzte. Günstiger Nebeneffekt auch für Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der mit Gehrer gemeinsam pro Gugging entschied: den regierungskritischen Parteifreund Pröll zumindest kurzfristig wohlwollend zu stimmen und gleichzeitig dem „unangenehmen“ roten Wiener Bürgermeister Michael Häupl eins auszuwischen. Denn Häupl wollte die Post-Graduate-Universität – eine kostenpflichtige, vertiefende Zusatzausbildung auf höchstem internationalem Niveau mit Schwerpunkt zunächst auf Naturwissenschaften für bereits fertige Akademiker – naturgemäß gerne in „seiner“ Stadt sehen. Doch seine drei Standortvorschläge, so entschieden Schüssel und Gehrer, seien durch das „bessere Angebot“ in Gugging überboten worden.

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