"Platz ist ein spiritueller Raum": Stenzel reduziert Veranstaltungen am Stephansplatz

Bezirksvorsteherin: "Ich werde hier einschränken" Ursula Stenzel wirft Greenpeace "Missbrauch" vor

Die neue Bezirksvorsteherin in der Wiener Innenstadt, Ursula Stenzel (V), macht ihre Ankündigung aus dem Wahlkampf wahr - und sorgt für eine gewisse Beruhigung in der Innenstadt. Sie will die Anzahl an Veranstaltungen auf dem Stephansplatz reduzieren, wie sie am Montag im Gespräch mit der APA betonte: "Ich werde hier sehr einschränkend vorgehen." Eine Greenpeace-Veranstaltung wurde bereits nicht genehmigt, sehr zum Missfallen der Umweltorganisation.

"Der Platz um den Dom ist auch ein spiritueller Raum. Nicht jede Info-Veranstaltung muss ausgerechnet am Stephansplatz stattfinden", so Stenzel. Greenpeace hatte dort eine Informationsveranstaltung zum Thema Walfang geplant. Aus dem Büro der Bezirksvorsteherin war jedoch keine Genehmigung dafür gekommen, zumindest nicht für den erwünschten Ort.

Die Aktion zeige, dass Stenzel der Umweltschutz kein Anliegen ist, so Greenpeace am Montag in einer Aussendung. Die Bezirkschefin wies dies im APA-Gespräch zurück. Es habe sehr wohl Vorschläge für Ersatzorte - etwa den Schwedenplatz - gegeben.

In Zukunft will Stenzel vor dem Dom nur mehr Veranstaltungen zulassen, die in irgendeiner Form mit dem Ort in Verbindung stehen oder auf diesen Rücksicht nehmen. So unterstütze sie etwa eine Holocaust-Gedenkveranstaltung im Mai, in der auch die Rolle der Kirche in dieser Zeit thematisiert werde.

Die Greenpeace-Veranstaltung dürfte jedoch trotzdem am Stephansplatz über die Bühne gehen. Denn die Umweltorganisation hat diese nun als Demonstration beantragt. Dagegen könne der Bezirk nichts tun, so Stenzel. Sie sprach jedoch von einem "Missbrauch des Demonstrationsrechts"
(apa)