Pferde von

Hartes Leben in der Box

Worauf es im Stall ankommt und wie die Tiere am ehesten „artgemäߓ leben

Pferde - Hartes Leben in der Box

Gleich vorweg: Auch das Verbot der Anbindehaltung verhindert nicht, dass viele Pferde als Herdentiere immer noch ein Leben in „Einzelhaft“ und ohne regelmäßigen Freilauf fristen müssen.

Bei Sportpferden hat man Angst, die Tiere könnten sich verletzen. Anderen Besitzern fehlen Wille oder Geld, in ordentliche Stallungen und Koppeln zu investieren. Kurzum: Es ist noch immer eine Krux mit der Haltung. Warum genau, weiß Expertin Margit Zeitler-Feicht von der TU München.

Die Grundbedürfnisse
In freier Natur leben Pferde in Herden zusammen. Sie können sich nach Lust und Laune frei bewegen, ihre Umgebung erkunden und beobachten. In „Gefangenschaft“ ist das nicht möglich. Vielen Tieren fehlt dann der Kontakt zu Artgenossen, soziale Spiele und die ebenfalls natürliche „soziale Körperpflege“ (das gegenseitige Beknabbern) bleiben aus. „Da man die natürlichen Bedürfnisse nie ganz erfüllen kann, sollte man auch nicht von artgerechter, sondern von artgemäßer Pferdehaltung sprechen“, stellt Pferdeexpertin Zeitler-Feicht richtig.

Problem der Einzelhaltung
„Ein Pferdeleben in Einzelhaltung ist nur unter bestimmten Umständen artgemäߓ, so die Expertin. Dazu gehören der tägliche mehrstündige Auslauf im Sozialverbund und eine möglichst offen gestaltete Box. Heißt: Die Front hat keine Gitterstäbe, damit das Pferd mit dem Kopf auf die Stallgasse schauen und seine Umgebung beobachten kann. Optimal ist eine sogenannte „Paddock-Box“, die einen angeschlossenen Kleinauslauf bietet.

Die Gruppenhaltung
Pferde im Verbund zu halten verlangt wiederum hohe Fachkompetenz. Speziell dann, wenn ein neues Tier in eine Gruppe integriert wird. Das kann nämlich zu Auseinandersetzungen mit schweren Verletzungen führen.
„Das modernste und beste Haltungssystem ist der Mehrraum-Außenlaufstall mit Auslauf (Offenlaufstall). Es eignet sich für alle Rassen, auch für Sportpferde, sofern der Tierbestand möglichst konstant bleibt“, erklärt Zeitler-Feicht. Der Offenlaufstall bietet den Pferden unterschiedliche Bereiche (Liege-, Trink- und Futterbereiche), in denen sie sich frei bewegen können. Die Aufteilung verhindert, dass zu viele Tiere auf einem Fleck sind, was zu Konflikten führen kann.

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