Papst Bededikt XVI von

Papst für tot erklärt

Italienischer Lehrer und angeblicher Vertrauter von Bededikt XVI postet Fake-Tweet

Papst Bededikt XVI - Papst für tot erklärt © Bild: Reuters

Der italienische Lehrer Thomasso De Benedetti treibt seit geraumer Zeit auf Twitter sein Unwesen. Zuerst gab er sich als Vertrauter des Papstes aus und erklärte das Kirchenoberhaupt für tot, später folgten dem "Heiligen Vater" noch Fidel Castro und Pedro Almodovar. "Der Tod funktioniert auf Twitter gut", kommentiert der 43-Jährige sein Treiben und belächelt die Medienlandschaft, die auf seine Fake-Tweets hereingefallen ist.

In einem Guardian-Interview gibt sich der italienische Verwandlungskünstler erstmals zu erkennen. "Soziale Medien sind die unzuverlässigste Informationsquelle der Welt. Aufgrund des Drucks, Nachrichten schnell zu verbreiten, laufen die Journalisten immer wieder in die Falle", sagt De Benedetti. Die Veröffentlichung von falschen Twitter-Meldungen wird zu einem immer beliebteren Zeitvertreib und kann in manchen Fällen sogar politische Auswirkungen erzielen.

Quellen sind stets zu überprüfen
"Es gibt verifizierte Accounts bei denen man davon ausgehen kann, dass sie vertrauenswürdig sind. Grundsätzlich ist aber zu sagen, dass man bei Informationen aus sozialen Medien immer die Quelle überprüfen sollte. Es gibt seriöse Agenturen, die auf Twitter posten - denen kann man im Regelfall vertrauen", sagt Twitter-Experte Reinhard Goy gegenüber pressetext.

Italienische Presse prüft nicht nach
Vergangenen Sonntag wurde der Twitter-Account der Nachrichtenagentur Reuters gehackt. Der Eindringling verbreitete falsche Informationen über den Bürgerkrieg in Syrien. Insgesamt 22 Mitteilungen wurden versendet, bevor Twitter das infiltrierte Konto eingestellt hat. Das Unternehmen kündigte an, sofort Ermittlungen einleiten zu wollen, um den Hacker zur Verantwortung zu ziehen. Mittlerweile wurde der Twitter-Account wieder aktiviert.

De Benedetti sorgte in Italien bereits 2010 für einen Skandal. Er gab zu, gefälschte Interviews mit weltbekannten Persönlichkeiten, wie zum Beispiel John Grisham und Gore Vidal, geführt zu haben. "Ich wollte einfach sehen, wie schwach die italienische Medienszene ist", erzählt De Benedetti. "Die italienische Presse prüft niemals nach. Vor allem, wenn es in deren Unternehmenspolitik passt."

Eines seiner ersten gefälschten Profile eröffnete er für den italienischen Premierminister Mario Monti, dem laut De Benedetti sogar der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy folgte. "Auf Facebook ist man einigermaßen eingeschränkt. Auf Twitter hingegen gibt es keine Limits und Informationen werden unkritisch als Echtzeit-Nachrichten verwendet", schwärmt der moderne Houdini.

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