Pandoras EM-Favoriten von

Goalies sind wie Drummer

Janina Lebiszczak schreibt als "Pandora" über Sex. Diesmal: Was von der EM übrig blieb

Pandoras EM-Favoriten - Goalies sind wie Drummer © Bild: Jacobs

Olé Olé! Nackte Tatsachen, stramme Waden, gelebte Männlichkeit: Pandora lässt die Fußball-Europameisterschaft 2012 Revue passieren.

Die Erkenntnis: Goalies sind wie Drummer. Denn: Fußballer sind wie Rockstars. Nur irgendwie ... gesünder. Sie haben scharfe Tattoos, sehen spitze aus, scheffeln Millionen und sind prinzipiell mit Wahnsinnsbräuten liiert. Wäre eine Fußballmannschaft eine Band, wären die Stürmer die Sänger. Bisschen doof, bisschen selbstverliebt, bisschen ADHS-Patient. Tragen meist eigenartige Frisuren. Abseits des Rasens auch eigenartige Outfits. Ich mag ja die Goalies am liebsten. Sie geben den Ton an, halten sich aber im Hintergrund. Sprich: Goalies sind wie Drummer.´

Meine Favoriten der EM 2012
Platz 3: Manuel Neuer
Auch wenn er aussieht wie Leni Riefenstahls feuchter Traum: Ich würde gerne mit ihm auf eine Tasse Kakao gehen. Und ihm die Jungfräulichkeit nehmen, die er - wie ich annehme - noch verteidigt wie das Tor der deutschen Nationalmannschaft.

Platz 2: Gianluigi Buffon
Wer mit solcher Inbrunst singt, muss im Bett einfach eine Granate sein.

Platz 1: Iker Casillas
San Iker ist ein Retter ohne Allüren. In den 137 Länderspielen, die er bisher bestritten hat, spielte er 79-mal zu null. Das ist genauso ein Rekord wie die 100 Siege , die er im Trikot der Spanier bisher gefeiert hat. Er ist der wichtigste Mann der EM 2012. Und hat die schönste Frau der EM 2012 – Sportreporterin Sara Carbonero. Und jetzt anhalten: Die hat auch was in der Birne.

Der Moment: Mario Balotelli zieht sein T-Shirt aus
Was britische Sex-Touristinnen vom letzten Strandspaziergang längst gewohnt sind, kennt jetzt auch die Masse: Ein göttlich durchtrainierter, schwarzer Mann entblößt sich vor den Augen Tausender. Und dann noch diese Pose. Archaisch? Hilfszeitwort. Welche halbwegs demanzipierte Frau würde sich von ihm nicht gerne mit der Keule auf den Kopf klopfen lassen - und dann ab in die Höhle. (An alle, die in mir jetzt einen Rassisten oder einen Idioten oder beides vermuten: Würden Sie mit Balotelli lieber in eine Bibliothek gehen? Na? Eben.) Außerdem liebt er seine Mama. Und kann vor Publikum weinen. Da möchte man glatt vergessen, dass er beim Finale von zehn Spaniern einfach über den Haufen gerannt worden ist.

Der Abturn: Cristiano Ronaldo an sich
Ja okay, ich mag keine schönen Männer. Also nicht, wenn sie auf so eine Landpomeranzen-Art und Weise schön sind wie der teuerste Fußballer der Welt. Immer wenn Ronaldo ins Stadion einläuft, spielt es „Ich bin der Märchenprinz“ von EAV auf meinem inneren ipod: „Ich betrete voll Elan den Tanzsalon, eingehüllt in eine Wolke Pitralon. Weil es bei den Mädels 'tilt is wenn man riecht als wie ein Iltis.“ Dazu möge man sich bitte die portugiesische Nagezahnfresse vorstellen – alles klar? Ein gut gegelter Iltis! Und dann noch diese unglaubliche Selbstüberschätzung, als hätte er 15 Jahre durchgekokst. Sein legendärer Anmachspruch? „You – Me – Fuck Fuck?“ Ganz ehrlich. Mein Verhältnis zu ihm ähnelt dem Elferschießen Spanien gegen Portugal: Ronaldo käme nicht zum Schuss.

Der Kuss: Slaven Bilić und sein Flitzer
Danke an Kollegin S. an dieser Stelle, immerhin hat sie mich auf diesen Augenschmaus für Intellektuelle aufmerksam gemacht: Der heißeste Kerl der Fußballeuropameisterschaft stand nicht am Feld. Er stand daneben und rauchte Kette: der kroatische Nationaltrainer Slaven Bilic. So mag ich die Kerle: Vom Leben gezeichnet. Eine Nacht mit ihm? Eine Flasche Pelinkovac, eine Stange rote Marlboro, lange Gespräche am Badewannenrand einer 2 Sterne-Suite, der Lustschweiss der Verzweiflung auf unserer Haut. Dann übergibt Slaven sich in die Toilette, ich halte ihm die Haare, weil er seine Wollmütze vergessen hat. Wunderschön. Ein kroatischer Fan empfand wohl ähnlich wie ich, als er den Trainer mit den traurigen Augen und dem sexy Schmollmund nach dem 3:1 Sieg gegen Irland vor Millionen Zusehern beflitzte ... und abknutschte.

Der Penis: Ein Brite zieht blank
Seitdem ein britischer Fan beim Elferschießen gegen Italien Schmerbauch und Schwengel entblößte um die Azzurris abzulenken, weiß ich, dass die schönsten Geschichten das Leben schreibt. Dass der Gute allerdings so heißen soll wie der Erfinder von LSD - Timothy O’Leary – stimmt mich misstrauisch.

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Liebe