Paket-Zustellung: Post AG überlegt Kooperation mit Deutscher Post

Zusammenarbeit mit Paketdienst DPD könnte gekappt werden "Maut-Zuschlag": Post hat Preise für Paketzustellung erhöht

Paket-Zustellung: Post AG überlegt Kooperation mit Deutscher Post

Wie aus informierten Kreisen verlautet ist, überlegt die Österreichische Post AG bei der Paketzustellung eine Kooperation mit der Deutschen Post. Konkret erwogen wird demnach bereits eine Beendigung der Zusammenarbeit mit der DPD (Direct Parcel Distribution Austria GmbH), die für die Post derzeit die Paketzustellung im Geschäftskundenbereich betreibt. Der Ausstieg bei der DPD könnte dann den Weg zur Kooperation mit der Deutschen Post ebenen.

Die Ausgeschlossen sei aber auch nicht, dass die Post die gesamte Paketzustellung künftig wieder selbst betreibe, hieß es. Die Post-Unternehmensleitung wollte zu Gerüchten nicht Stellung nehmen.

Geschäftspakete zählten "sicher zum Kerngeschäft der Post". Daher überlege das Unternehmen den Paketmarkt künftig wieder zur Gänze selbst abzudecken. Die Kooperation mit DPD sei in den vergangenen Jahren außerdem wenig erfolgreich gewesen, Marktanteile der Post bei Geschäftspaketen seien stark zurückgegangen, hieß es. Gespräche mit der DPD-Geschäftsführung soll es bereits gegeben haben.

Von einer Paket-Kooperation zwischen Österreichischer und Deutscher Post, meint man auf der Wiener Seite, könnten beide Unternehmen profitieren. Schon jetzt werden die EMS-Pakete der österreichischen Post im Ausland von der Deutsche Post World Net DHL zugestellt. Die Österreichische Post könnte im Gegenzug die DHL-Zustellung in Österreich übernehmen, wird spekuliert.

Offiziell wollte die Österreichische Post AG am Montag keinen Kommentar abgeben. "Gerüchte kommentieren wir nicht", sagte Post-Sprecher Michael Homola. Auch der Betriebsrat wollte zu den Gerüchten keine Stellung nehmen. Grundsätzlich würde er sich gegen eine reine Kooperation mit der Deutschen Post ohne gesellschaftsrechtliche Verschränkung nicht wehren. Sollte eine mögliche Kooperation aber als Hintertür für einen Einstieg der Deutschen Post genützt werden, würde die Gewerkschaft dies "sicher bekämpfen", hieß es aus dem Postbetriebsrat zur APA. (APA/Red.)