Neue Dokumente in der Causa des russischen Supermakt-Kaisers Igor Vidyaev, der zwei Millionen für die Salzburger Osterfestspiele versprach und österreichischer Staatsbürger werden will.
Nach Bekanntwerden eines persönlichen Treffens mit Landeshauptfrau Burgstaller am 28. Juni 2008 wurde mehrfach der Verdacht des Staatsbürgerschaftskaufs laut. Burgstaller dementierte stets: Sie habe Vidyaev einmal auf Veranlassung des mittlerweile entlassenen Osterfestspielgeschäftsführers Dewitte getroffen. Burgstaller zu NEWS: Ich habe ihm gesagt, dass es ganz klare Voraussetzungen und Verfahren gibt. Er hat dann bei der Bundesregierung angesucht, und der Antrag wurde abgelehnt. Ich habe mit Sicherheit eine weiße Weste. Wir haben hier keine Kärntner Verhältnisse.
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Nun wurde NEWS der Schriftverkehr zwischen der Salzburger Landesregierung und dem für Einbürgerungsangelegenheiten zuständigen Innenministerium bekannt. Der Referatsleiter der ressortzuständigen Landeshauptfrau formulierte am 5. August 2009 ungelenk, aber deutlich: Das Amt der Salzburger Landesregierung erlaubt sich, den gegenständlichen Staatsbürgerschaftsakt (...) mit der Bitte vorzulegen, die Bestätigung der Bundesregierung, dass die Verleihung der Staatsbürgerschaft wegen der vom Antragsteller bereits erbrachten und von seinen noch zu erwartenden außerordentlichen Leistungen im besonderen Interesse der Republik liegt, zu erwirken. Mit freundlichen Grüßen für die Landesregierung: Mag. Bergmüller.
Das Innenministerium lehnte allerdings ab, auch auf Veranlassung des beigezogenen Kunstministeriums. Per Ministerratsbeschluss vom 24. November 2009 sei die Erteilung der Staatsinteressenbestätigung abgelehnt worden.
Daraufhin reichte der Referatsleiter der Landesregierung am 14. Jänner nochmals ein. Das Verfahren läuft mit bescheidenen Erfolgsaussichten.
Neun Tage später, am 23. Jänner, wurde der Osterfestspielskandal öffentlich. Den Zuständigen zumindest in Grundzügen bekannt war er aber seit 16. Dezember: Da war Dewitte fristlos entlassen worden. Zusätzlicher Finanzbedarf für die Osterfestspiele entstand durch die teure Einigung mit den Berliner Philharmonikern. Deren Jugendprojekt wollte Vidyaev mit zwei Millionen Euro unterstützen. 800.000 wurden schon überwiesen. Ob die restlichen 1,2 Millionen noch kommen, muss Gegenstand von Mutmaßungen bleiben.
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Kommentare
Festspiele Sollten hier auch hart verdiente Steuergelder geflossen sein, dann wird es Zeit diese abzuziehen und dort einzusetzen wo es wirklich notwendig ist, nämlich bei den Arbeitslosen, den Armutsgefährdeten und allen anderen sozial Schwachen in diesem Land.