Olympische Winterspiele 2014: Salzburg lieferte Bewerbungsdokument beim IOC ab

Beinhaltet Konzept der kurzen Wege für Olympia Fehler aus Bewerbung für 2010 wurden korrigiert

Die Salzburger Olympiagesellschaft hat das erste Bewerbungsdokument für die Olympischen Winterspiele 2014 fristgerecht zum 1. Februar beim Internationalen Olympischen Komitee in Lausanne abgegeben. Seite heute, Donnerstag, darf es veröffentlicht werden. "Auch wenn wir in der Rolle des Favoriten sind, möchte ich die Erwartungen etwas dämpfen. Wir müssen laufen, laufen, laufen", meinte Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden am Donnerstag bei einem Mediengespräch in Salzburg.

Das IOC sichtet nun die Dokumente, am 22. Juni wird es entscheiden, welche Bewerber offizielle Kandidaten werden.

Sämtliche Fehler der Bewerbung für 2010 seien nun berücksichtigt, "wir sind sehr kompakt aufgestellt", sagte Schaden. Es sei eine Bewerbung der kurzen Wege, drei Viertel der Sportstätten seien schon vorhanden. "Wir haben sehr große Erfahrung in der Ausrichtung von großen Sportveranstaltungen und den Reiz einer wunderschönen Stadt und eines wunderschönen Landes", nannte Schaden die größten Plus-Punkte der Salzburger Bewerbung. Zehn Sportstätten würden schon existieren, nur drei seien zu errichten, von denen dann zwei bestehen bleiben, ergänzte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. "Das Dokument spielt alle Stücke", meinte sie.

Salzburg: Nur noch 11 statt 15 Sportstätten
Was ist nun der Unterschied zu vergangenen Bewerbung? Statt drei gibt es nur noch zwei Regionen (Eisbewerbe in der Stadt Salzburg und die Schneebewerbe im Pongau), dadurch nur noch elf statt 15 Sportstätten, die maximale Fahrzeit verkürzt sich von zwei Stunden auf 55 Minuten, schilderte Gernot Leitner von der Bewerbungsgesellschaft. "Es ist ein Konzept der kurzen Wege, die Athleten könnten die Sportstätten in zwölf bis 15 Minuten von ihrem Quartier aus erreichen. Dafür werden uns alle dankbar sein", sagte Toni Schutti, Geschäftsführer der "Salzburg Winterspiele 2014 GmbH.

Während der Spiele in Turin werden die höchsten Vertreter Österreichs und Salzburgs kräftig die Werbetrommel für die Salzburger Bewerbung rühren: Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Burgstaller, Schaden und LHStv. Wilfried Haslauer werden vor Ort sein. "Das gab es noch nie, dass Kanzler und Bundespräsident bei Spielen waren", betonte ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth.

Skeptische Bevölkerung muss überzeugt werden
Burgstaller und Schaden zeigten sich auch sehr zuversichtlich, dass sich die Stimmung in der derzeit eher noch skeptischen Bevölkerung noch rechtzeitig zum Positiven wendet. "Wenn wir einmal Candidate City sind, wird schon ein gewisser Stolz kommen", meinte Schaden. Und Burgstaller erwartet sich schon durch die Spiele in Turin einen Umschwung.

Als größte Konkurrenten vermutet Schaden vor allem das südkoreanische Pyeongchang sowie Sotschi in Russland, vor allem seit Präsident Vladimir Putin seine breite Unterstützung angekündigt hat. Jungwirth war schon im Rahmen einer Evaluierung in Sotschi: "Sotschi ist ein Sommerressort am Schwarzen Meer." Viel kritischer wären für ihn Mitbewerber aus Skandinavien oder der Schweiz gewesen.

Bund unterstützt Salzburger Bewerbung
Der Ministerrat hat am Donnerstag die Unterstützung der Salzburger Olympia-Bewerbung durch den Bund beschlossen. Vizekanzler Hubert Gorbach (B) bezeichnete die Winterspiele 2014 als "herausragende Chance" für das Bundesland, sich der Welt positiv zu präsentieren. Der gesamte Finanzrahmen für das Projekt soll bei 7,1 Mio. Euro liegen. Beschlossen wurde vom Ministerrat auch die vom IOC geforderte "Garantieerklärung" - beispielsweise für die nötigen Sicherheitsmaßnahmen.

Konkret werden Bund, Land und Stadt Salzburg die Kandidatur mit je 1,1 Mio. Euro unterstützen. Der Rest auf die insgesamt 7,1 Mio. Euro soll von den Durchführungsgemeinden (je 1,5 Mio. Euro) und von Sponsoren kommen. (apa/red)