Die scharfe Kritik von Sportminister Norbert Darabos an den bisherigen Leistungen der Olympia-Sportler und sein Ruf nach einer grundlegenden Reform der Sportförderung hat zu gemischten Reaktionen geführt. Das ÖOC und einige Sportpolitiker stellten sich am Freitag schützend vor die von Darabos teils als "Olympiatouristen" betitelten Athleten. Der vom zuständigen Minister ohnehin seit Jahren artikulierten Forderung nach einer grundlegenden Reform des Förderwesens schlossen sich aber auch die ÖOC-Spitze, die BSO und diverse Sportpolitiker an.
BSO-Präsident Peter Wittmann reagierte mit Unverständnis auf das Zuschieben des Schwarzen Peters an die Bundessport-Organisation (BSO) als "Blockierer" der Reform. Der Chef der Bundessport-Organisation (BSO) verwies vielmehr auf die alleinige Verantwortung seines SP-Parteikollegen für den Spitzensport.
"Wir haben das Gesetz im Juni das erste Mal bekommen und haben Stellung genommen. Dafür hatten wir nur 14 Tage Zeit. Der Entwurf hat drei, vier Jahre gedauert - und wir sollen die Blockierer sein? Das ist nicht an uns gelegen", betonte Wittmann und legte nach. "Die fördern vier Jahre die Falschen und dann sind alle anderen schuld. Die Spitzensportförderung ist ausschließlich seine Verantwortung. Das hat nichts mit den Sportstrukturen zu tun."
Westenthaler: Darabos ist schuld
BZÖ-Sportsprecher Peter Westenthaler machte Darabos für das "katastrophale Abschneiden" Österreichs bei den Spielen in London sogar "hauptverantwortlich", da er seit vier Jahren eine Reform von Förderung und Strukturen im Sport verspreche, diese aber bisher nicht einmal ansatzweise durchgeführt habe.
Auch VP-Sportsprecher Johannes Schmuckenschlager meinte, es bringe nichts, jetzt - am Ende der ersten Olympiawoche - auf Athleten verbal hinzuschlagen, "die alle ihr Bestes für Österreich geben". Änderungsbedarf sieht freilich auch Schmuckenschlager. Zweckmäßig wäre es, sich nach Olympia zu einer schonungslosen Manöverkritik zusammenzusetzen und Ursachenforschung zu betreiben.
Darabos laut Kickl ein "Schönwettersportminister"
Handlungsbedarf sieht auch FPÖ-Sportsprecher Herbert Kickl, der den Schulsport aufwerten und die öffentlichen Sporteinrichtungen leichter zugänglich machen will. Darabos hielt er vor, ein Schönwettersportminister zu sein, der sich bei Erfolgen zwar gerne als mitverantwortlich, bei Misserfolgen aber als völlig unverantwortlich darstelle.
Der Reformbedarf blieb von allen Beteiligten unwidersprochen. Wittmann betonte, man verwehre sich aber gegen die vom Ministerium angestrebte Zentralisierung. "Die Transparenz und Neuregelung ist von uns unbestritten. Es darf aber nicht dazu kommen, dass die Verbände zu Bittstellern werden. Es kann nicht sein, dass man über die Hintertüre den Staatssport einführt", so Wittmann.
Fusion von BSO und ÖOC sinnvoll?
Die von Darabos angeregte Fusion der BSO mit dem Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) sieht Wittmann kritisch. "Das jetzige System ist ausgewogen und gut. Die Synergien wären gering und würden keine Medaillen bringen. Bei einer Fusionierung der Systeme würde kein Funktionär mehr daran denken, den Breitensport zu fördern", sagte Wittmann.
ÖOC-Präsident Karl Stoss betonte, es habe keinen Sinn, mit Pauschalverurteilungen der Sportler "Unruhe zu stiften". Über notwendige Reformen solle nach Olympia gesprochen werden. "Jetzt Diskussionen über Strukturänderungen zu führen, ist sehr kontraproduktiv. Das können wir in Ruhe tun, wenn die Analysen abgeschlossen sind. Dann ist Zeit, das in den Gremien zu diskutieren, Pro und Kontra und Lösungen aufzuzeigen", sagte Stoss.
"Man darf nicht alles verteufeln"
Einer tiefgreifenden Reformdiskussion steht das ÖOC jedenfalls offen gegenüber. "Ob ein Ansuchen auf Änderung des Bundessportförderungsgesetzes der Schlüssel zur Veränderung ist, da setze ich ein Fragezeichen dahinter", meinte Stoss. Das Problem müsse an der Wurzel gepackt werden, im Schulsport, in der Trainerausbildung, in den Olympischen Zentren. Es brauche aber Institutionen, "die sich um Spitzensport kümmern". Dazu zählt Stoss das Team Rot-Weiß-Rot, die Sporthilfe und das ÖOC. "Das zusammenzufassen, ist möglich."
Zur Notwendigkeit von drei Dachverbänden in Österreich (ASKÖ, ASVÖ und Sportunion) meinte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel, man dürfe die Dachverbände nicht pauschal verurteilen. "Die Frage ist nur, wer kümmert sich um was?" Und Stoss sagte: "Drei Dachverbände hat Historie. Das cuttet man nicht einfach mit einem Schlag. Man darf nicht alles verteufeln."
Kommentare
Ahnungsloser BM Unser HBM hat es geschafft das Heer in eine katastrophale Lage zu führen, jetzt schafft er es beim Sport auch noch. Dort war sicher nicht alles optimal, aber wird einer, der von Heer und Sport keine Ahnung hat,. das in die richtigen Bahnen lenken? ich bezweifle es !!!
Re: Ahnungsloser BM Na Hauptsache der HBM ist in London und gönnt sich einen bezahlten Urlaub.
neuordnung ich glaube schon, dass eine neuordnung und eine gezielte förderung wichtig ist.
BM auf Abwegen .... zuerest zerstoert er das BH und jetzt macht er mit der Sportfoerderung weiter!!!!!
Was hat er denn die letzten Jahre gemacht? der Herr BM?
zusammengefasst........ TYPISCH ÖSTERREICHISCH ,- Hauptsache es mischen viele Funktionäre und Wichtigtuer mit , die es scih mit ihrem Salär gut gehen lassen !!!!! Wie hat der Richter gemeint ............??????????
Hirnis Die meisten unserer Athleten haben mit Ach und Krach geradenoch das Olympia Limit geschaft und haben die Ehre bei dieser großartigen Veranstaltung dabei zu sein und damit auch ihr bestes zu geben .
Aber die Herren Präsitent;Sportminister usw.- also den ganz gescheiten reicht das nicht und wie üblich fordern die fast schon Medailien .
Lasst unsere Sportler in Ruhe die Spiele zu Ende bringen , lasst es uns geniessen und hängt anschliessend euren Beruf an den Nagel .
Lasst euren Job Leute machen die von Sport eine Ahnung haben .
Komiker Hier ist ein Präsident am Werk der glaubt nur er wisse wie es geht,ein Generalsekretär,im Sport völlig unbeleckt,der glaubt man könne das Öoc in Teilzeit von zuhause führen und ein Sportminister der außer Unruhe und wenig Sachverstand einbringt.
Hier wird außerdem das Image eines ganzen Landes beschädigt.
Aussagen von Jukic,die zwar Sinn machen,aber so nicht in die Öffentlichkeit gehören,Olympiatouristen weil man es ja allen recht machen will und Funktionäre die zurück in die 60er möchten.
Man kann zu Jungwirth stehen wie man möchte,aber das hätte er nie und nimmer zugelassen.
Da spricht man von Neuordnung und vergisst,das man dazu auch die entsprechenden Personen mit dem nötigen Know how braucht.