Markus Rogan hatte oft mit seinem Image zu kämpfen. Sportlich hat er aber immer mit Respekt geglänzt. So hatte er etwa vor vier Jahren in Peking abgelehnt die österreichische Fahne bei der Olympia-Eröffnung zu tragen, diese Ehre dem späteren Doppel-Olympiasieger Hans Peter Steinacher übertragen. "Er ist ein unglaublicher Sportler. Er hatte das damals viel mehr verdient als ich", begründete Rogan.
Bei den Spielen in London fühlt sich der streitbare Schwimmer aber bereit. "Ich fürchte, das wird der schönste Moment meiner Karriere", gab der zweifache Olympia-Silbermedaillengewinner von Athen 2004 zu. "Ich weiß erst jetzt zu schätzen, was das für eine Ehre ist", sagte Rogan. "Ich bin froh, dass ich mir diese Chance über die Jahre mit dem, was ich gesagt und getan habe, nicht verhaut habe." Seinen zweiten großen Auftritt nach der Eröffnungsfeier hat Rogan nächsten Donnerstag. Dann steht das Finale über 200 m Lagen auf dem Programm.
Österreich wird mit einer etwa 60-köpfigen Abordnung einmarschieren. Mehr als die Hälfte der 70 nominierten Sportler lässt sich die Show im Olympiastadion nicht entgehen, dazu kommen noch rund 20 Betreuer.
Österreich als 13. Nation
Die Zeremonie beginnt exakt um 20.12 Uhr lokaler Zeit mit dem Vorprogramm. Angeführt von Rogan zieht Österreich dann als 13. von insgesamt 204 Nationen ins Stadion ein. Einige heimische Topathleten fehlen, weil sie am Samstag bereits ihre ersten Wettkämpfe absolvieren, darunter auch der Judoka Ludwig Paischer, der 2008 in Peking Silber geholt hatte.
Die Kanutinnen Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz, Mitfavoritinnen im Flachwasser, reisen überhaupt erst nächste Woche nach England. Dafür kommt der Großteil der Segler extra für die Eröffnung aus dem drei Autostunden entfernten Weymouth. Lediglich die 49er-Medaillenkandidaten Nico Delle Karth und Niko Resch dürften die Zeremonie wegen einer Materialkontrolle verpassen.
Funktionäre treten in den Hintergrund
Die Führung des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) überlässt den Sportlern das Rampenlicht. ÖOC-Präsident Karl Stoss und sein Generalsekretär Peter Mennel sitzen auf der Tribüne. "Wir sind nicht dazu da, Fähnchen schwenkend einzumarschieren", betonte Stoss. "Das ist ein Fest für die Sportler und ihre Betreuer."