Olympia pur statt Hotel: Österreichs Ski-
Stars leben sich im Olympia-Dorf ein

Maier, Raich und Co. unter Iranern und Indern

Die ÖSV-Stars Hermann Maier, Benjamin Raich, Michael Walchhofer und Co. wohnen erstmals bei Winterspielen nicht im Hotel, sondern im Olympischen Dorf. Die Österreicher haben am Mittwochabend in Sestriere im Block H des Dorfes ihre Unterkünfte bezogen, am Donnerstag nach dem ersten Abfahrtstraining gab es dann die ersten Erlebnisberichte.

Die Doppelzimmer der Athleten sind recht einfach gestrickt - kein Fernseher, zwei Betten, ein Kasten, Dusche, Klo, das war's. Abgesehen von seinen Grippesymptomen fühlt sich aber auch Hermann Maier, der auf Grund des schweren Verkehrsunfalls im August 2001 erst seine zweiten Spiele bestreitet, im Dorf sehr wohl. "Ich wohne zum ersten Mal im Olympischen Dorf, und es ist es eine sehr nette Erfahrung für mich. Dort gibt es richtige Olympia-Atmosphäre", so der Salzburger, der nur eine Sorge hat.

"Super, rundherum Winter-Exoten wie Inder oder Iraner. Aber bei dieser Atmosphäre muss ich schauen, dass ich die Spannung aufrecht halte." Und auch den gewohnter Maierschen Tagesrhythmus gibt es nicht. "Da herrscht ordentlicher Betrieb. Und das ist für meine Gewohnheiten eher schlecht, denn normalerweise komme ich überall als Letzter hin. Im Dorf muss ich in der Früh fünf Minuten früher aufstehen. Mal schauen, ob ich das schaffe."

Michael Walchhofer ist als Hotelier vom Zauchensee zwar anderes gewohnt, seine Kritik an den Veranstaltern gilt aber nicht dem Quartier, sondern dem Rundherum. "Sportlich ist alles perfekt. Aber ansonsten liegt überall der Gatsch herum", so der Abfahrts-Weltmeister 2003 über das wahrlich alles andere als perfekte Bild im Umfeld der Wettkampfstätten. Walchhofer ging davon aus, dass es ausschließlich Doppelzimmer gibt, doch Benni Raich berichtete dann, dass er alleine ein Zimmer bewohnt. "Aber wahrscheinlich nur so lange, bis die ÖSV-Technikerinnen kommen", merkte Walchhofer grinsend an.

Apropos Raich: der Pitztaler wird als ÖSV-Super-Allrounder am längsten in Sestriere sein. Wie wird Raich - ohne Fernseher im Zimmer - die spärliche Freizeit verbringen? "Zum Beispiel mit Lesen", so der 27-Jährige, der derzeit gerade "Sakrileg" von Dan Brown liest. Klaus Krölls erster Eindruck vom Dorf lautete: "Es ist nicht das luxuriöseste, aber ich habe schon schlechter gewohnt. Hauptsache das Bett passt, das ist das Wichtigste."

(apa)