Olympia-Anreise: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Wien nach Sestriere

Langwierige aber problemlose Fahrt in das Piemont Fliegen ist schneller und billiger als Bahnfahren

Chaos beim Ticketverkauf, Chaos in den Olympischen Dörfern, noch viele offene Baustellen an den Wettkampfstätten und teilweise mehr als eine Stunde Wartezeit beim Sicherheitscheck vor den Pressezentren. Vieles ist bei den Olympischen Winterspielen in Turin und Umgebung nicht perfekt. Eine der größten Sorgen scheint aber unbegründet: Denn der Transport ins Piemont klappt - zumindest beim Probelauf der APA am (gestrigen) Donnerstag - zeitaufwendig, aber reibungslos.

Rund neun Stunden braucht der gemeine Fan - ohne jegliche Akkreditierung um den Hals - auf der gewählten Route mit Flugzeug, Bus und Bahn von Wien zum Abfahrt-Austragungsort nach Sestriere. Kostenpunkt: 231 Euro hin und retour.

Fliegen ist billiger als Bahn-Fahren
Wer nur die Bahn nimmt, braucht von Wien durchschnittlich um vier Stunden länger und berappt ein paar Euro mehr. Dafür nimmt der Olympia-Tourist gerne Umwege in Kauf und fliegt billig mit Alitalia nach Rom: Um 11.15 Uhr hebt die Maschine vom Flughafen Wien in Schwechat ab. Fünf Minuten verspätet, aber der angedrohte Streik des Personals der italienischen Airline fällt immerhin aus. Ankunft plangemäß.

Olympische Preise
Der Anschlussflug nach Turin geht um 14.40 Uhr. Zeit für ein Mittagessen. Die Preise am römischen Airport Fiumicino sind moderat und somit nicht olympisch. Gnocchi mit Salbei oder Linguine mit Pilzen kosten im Selbstbedienungslokal 4,70 Euro. Zum Vergleich: Beim Greißler in Sestriere bekommt man für 4,70 Euro gerade mal zwei Semmeln, ein Glas Marmelade und ein kleines Stück Butter.

Fußball statt Ski
In Rom ist nichts olympisch. Die Kassiererin im Lokal will von "Torino 2006" nichts wissen und sagt: "Ich liebe Fußball. AS Roma!" Dazu macht sie mit beiden Händen eine typisch italienische Geste, die bares Entzücken ausdrückt. Im Sport-Shop am Flughafen gibt es keine Olympia-Souvenirs. Hier regieren die Fußball-Trikots von Roma, Juve, Milan und Inter.

Noch wenig Olympia-Touristen
Abflug nach Turin. Die Maschine ist einen Tag vor Eröffnung der Winterspiele zu zwei Drittel gefüllt. Im Autobus am Flughafen in Torino-Caselle trifft man sich wieder. Aber die Gruppe ist auf ein Dutzend Olympia-Touristen geschrumpft, die sich für fünf Euro auf der eigens für den olympischen Verkehr reservierten "Olympic Lane" zum Hauptbahnhof an der Porta Nuova chauffieren lassen. Es ist 16.50 Uhr. In 20 Minuten geht der nächste Regionalzug in Richtung Bardonecchia, der auch in Sauze d'Oulx und somit 25 Kilometer vor Sestriere Halt macht.

Am Ziel
Dort wartet ein Gratis-Shuttle-Bus auf die Ankommenden: Vor allem ehrenamtliche Olympia-Helfer, aber auch Fans werden mitgenommen. An zig Haltestellen steigen Menschen mit und ohne Akkreditierungen zu. Die Fahrt die engen Kehren hinauf nach Sestriere dauert 50 Minuten. Als der Hauptplatz von Sestriere, die Piazza Agnelli, erreicht ist, ist es 20.00 Uhr. (APA)