Olympia 2012 von

Putin pfeift auf London

Russischer Präsident reagiert auf Differenzen mit Großbritannien

Olympia 2012 - Putin pfeift auf London © Bild: APA/EPA

Russlands Präsident Wladimir Putin boykottiert Olympia 2012 in London. Wie der "Guardian" unter Berufung auf Diplomaten berichtet, werde Putin aufgrund der politischen Differenzen mit Großbritannien nicht der Eröffnungszeremonie am 27. Juli beiwohnen. Statt ihm soll Premier Dmitri Medwedew zu den Spielen reisen.

Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland gestalten sich schon seit Jahren schwierig. Die zuletzt recht harsche Kritik aus London an der Menschenrechtssituation in Russland hat Moskau schwer erzürnt. Zum anderen sorgt die Litvinenko-Affäre seit Jahren für Irritationen auf beiden Seiten. Der kremlkritische Ex-Agent Alexander Litvinenko war 2006 in London auf rätselhafte Weise mit dem radioaktiven Stoff Polonium vergiftet worden. Auf dem Sterbebett soll er den Ex-KGB-Agenten Putin höchstpersönlich für den Anschlag verantwortlich gemacht haben.

Als Hauptverdächtiger im Mordfall gilt Andrej Lugowoj, der sich im November 2006 gemeinsam mit dem russischen Geschäftsmann Dmitri Kowtun in einer Londoner Hotelbar mit Litvinenko getroffen haben soll. Litvinenko starb kurz darauf. Großbritannien drängt seit Jahren auf die Auslieferung von Luguwoj, auch gegen Kowtun wurde Anfang März ein Haftbefehl ausgestellt. Moskau lehnt die Auslieferung der beiden mutmaßlichen Täter allerdings ab.

Schuss vor den Bug
Auch den USA hat Putin unlängst die kalte Schulter gezeigt: Als eben erst ins Amt eingeführter Präsident war er laut eigenen Angaben zu beschäftigt mit der Regierungsbildung, um zum G-8-Gipfel vergangene Woche zu kommen. Kommentatoren taten dies als Finte ab. Putin und Obama standen nie im Ruf, gut miteinander zu können. Nun bekam auch der britische Premier David Cameron offenbar einen Schuss vor den Bug. Dass die Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotchi stattfinden, scheint Putin da nicht viel zu kümmern.

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