Ohne Fahrschein im Zug unterwegs: Ab jetzt hebt die ÖBB 60 Euro Strafe ein!

Sprecherin: "Niemand wird ungerechtfertigt bestraft" 16 Teststrecken: Tickets nur noch über Automaten

60 Euro Strafe müssen ÖBB-Kunden seit 1. Februar zahlen, wenn sie ohne Fahrschein in einem jener Züge angetroffen werden, in denen derzeit das Pilotprojekt der Bundesbahnen läuft. Tickets gibt es auf diesen 16 ausgewählten Strecken nur noch beim Automaten am Bahnhof. Kritik an dieser Regelung kommt vor allem vom Seniorenbund, der die sofortige Abschaffung dieser "Strafregelung" forderte.

"Ohne Vorwarnung" habe die ÖBB mehrere Verbindungen zu "Selbstbedienungs-Strecken" deklariert: "Diese Regelung ist alles andere als kundenfreundlich - wir fordern, diese Bestimmung sofort rückgängig zu machen", zürnte Wilhelm Mohaupt, Sprecher des Österreichischen Seniorenbundes für Mobilitäts- und Verkehrsfragen. "Viele Menschen haben häufig Probleme mit den Fahrschein-Automaten der ÖBB. Und jetzt soll man sofort Strafe zahlen, nur weil man - beispielsweise aus zeitlichen Gründen - ohne Karte in den Zug steigen muss?"

ÖBB hält an Regelung fest
Die ÖBB konterte prompt: Man werde die neue Regelung nicht rückgängig machen. Es handle sich um ein Pilotprojekt auf 16 Teststrecken. "Wir werden uns die Reaktionen der Kunden und des Bahnpersonals ganz genau anschauen", so Katharina Gürtler, Sprecherin des ÖBB-Personenverkehrs, zur APA. "Wir haben im Vorfeld viel informiert. Die Automaten sind sehr einfach zu bedienen. Außerdem bieten wir regelmäßig Einschulungen in den Bahnhöfen an."

Bis Ende Jänner wurde seitens der Kontrolleure ein Auge zugedrückt, wenn ein Bahnbenützer ohne Fahrschein unterwegs war bzw. diesen im Zug kaufen wollte. "Diese Übergangsfrist ist ab heute vorbei", so Gürtler am Mittwoch. Doch es werde "niemand ungerechtfertigt bestraft". Sollte ein Automat kaputt sein, könne dies überprüft werden. 60 Euro müssten nur jene Bahnfahrer bezahlen, die "bewusst ohne Ticket" unterwegs sind. (apa)