Österreichs Ski-Kombinierer vor Olympia
in Hochform: Seit Jänner 2004 unbesiegt

Raich bestätigte in Chamonix seine Favoritenrolle Schönfelder kommt in Fahrt - Aber Norweger stark

Benjamin Raich hat am Freitag in Chamonix seine Favoritenstellung für die Olympische Kombination eindrucksvoll bestätigt. Der Pitztaler hat nach Wengen und Kitzbühel die dritte Weltcup-Super-Kombi in Folge für sich entschieden - damit ist Raich am 14. Februar in Sestriere der Mann, den es zu schlagen gilt.

Dass im zweiten Alpin-Bewerb der Spiele - nur zwei Tage nach der Königsdisziplin Abfahrt - die Chance auf ÖSV-Gold sehr hoch ist, dafür steht aber nicht nur alleine der Name Benni Raich. In Chamonix belegte Rainer Schönfelder, der seit Sommer vermehrt Richtung Speed trainiert, Platz zwei. Michael Walchhofer wurde Vierter.

Alles in allem sind Österreichs Herren in der Kombi seit mehr als zwei Jahren "ungeschlagen": seit dem Kitzbühel-Erfolg von Bode Miller am 25. Jänner 2004 gewann Raich neben WM-Gold 2005 in Bormio im Weltcup Wengen 2005, Wengen 2006, Kitzbühel 2006 und Chamonix 2006, Val d'Isere 2005 wurde Walchhofers Beute.

Aufstellung: Würfel gefallen
Punkto Olympia-Aufstellung dürften in den Kombi die Würfel bereits gefallen sein: neben Raich, Schönfelder und Walchhofer wird Mario Matt der vierte ÖSV-Mann sein. "Matt geht es nach seinem Sturz im Chamonix-Training schon viel besser. Ich rechne fix mit ihm in der Olympia-Kombination", stellte Herrencheftrainer Toni Giger klar.

Im Weltcup wird seit der vergangenen Saison die so genannte Super-Kombi mit nur einem Slalom-Durchgang plus der Abfahrt ausgetragen, bei Olympia wird jedoch letztmalig auf die traditionelle Kombi-Version mit zwei Slalom-Läufen zurückgegriffen. Das steigert vor allem die Chancen von Raich und Schönfelder noch einmal gewaltig. Doch Raich bleibt in gewohnter Manier vorsichtig: "Olympia ist wieder ein neues Rennen. Aber ich werde sicher meine Chancen haben."

Schönfelder verlor in der (allerdings sehr leichten) Chamonix-Kombi-Abfahrt nur 1,3 Sekunden auf den Schnellsten (Aamodt), seine Entwicklung Richtung Allrounder beginnt immer mehr zu greifen: "Mich auf die Kombination zu konzentrieren, war ein Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn es deswegen in anderen Disziplinen ein bisschen Turbulenzen gibt."

"Bewerb macht sehr wohl Sinn"
Im Gegensatz zu Hermann Maier, der keinen Hehl daraus macht, dass er kein allzu großer Freund der Kombi ist, hält der Kärntner auf die Super-Kombi große Stücke: "Dieser Bewerb macht sehr wohl Sinn. Man sollte der Super-Kombination mehr Aufmerksamkeit widmen, dann würden diese Herren auch starten. Es sollte auch eine kleine Kristallkugel für die Kombination geben."

Auch Raich scheint für Schönfelder nicht außer Reichweite zu sein. "Ich bin ihm auf den Fersen. Ich habe ja heuer überhaupt erst angefangen, mich für schnelle Disziplinen zu interessieren und dafür bin ich schon sehr weit." Kein Wunder, dass der Petzenbär für Sestriere hoch optimistisch ist. "Ich gehe voller Selbstvertrauen in die Olympia-Kombination. Dort sind zwei Durchgänge im Slalom", erklärte er.

"Und wenn ich einen halbwegs guten Tag erwische, bin ich im Slalom auch sehr schnell. Ich habe jetzt bis zum Bewerb noch Zeit, mir im Slalom den letzten Schliff zu holen. Dass das heuer länger dauert auf Grund des neuen Schuhs und der Trainingsumstellung, war sowieso immer klar. Aber wie es aussieht, komme ich auf Olympia hin so richtig in Schuss."

(apa)