Österreich - Türkei von

"Dieses 2:0 tut uns sehr gut"

Im ÖFB-Lager herrscht nach dem Sieg über die Türkei Zufriedenheit

Österreich - Türkei - "Dieses 2:0 tut uns sehr gut" © Bild: Reuters/Ort

"Die Deutschen werden eine Klasse stärker sein, da müssen wir alle eine Schippe nachlegen. Das wissen wir, daran werden wir arbeiten." Andreas Ivanschitz' nüchterne Analyse nach dem 2:0-Erfolg über die Türkei reiht sich nahtlos in die Wortmeldungen der Teamspieler ein. Übertriebene Euphorie ist an keiner Stelle auszumachen, wohl aber eine ein wenig geschwellte Brust nach dem ersten Erfolg über die Türken seit 24 Jahren.

Der Mainz-Legionär gab zu, dass die Türken die spielerisch stärkere Mannschaft waren. "Die ersten 10, 15 Minuten waren sehr, sehr positiv. Dann haben wir uns zu tief hinten reindrängen lassen, nicht viele Chancen zugelassen, aber auch offensiv keine Akzente mehr setzen können bis zur Pause. Den Sieg haben wir dann erzwungen und erkämpft." Am Ende zähle das Resultat. "Dieses 2:0 tut uns sehr gut. Ich schätze die Türkei sehr stark ein, das ist eine Weltklassemannschaft, und wir haben praktisch keine Torchancen zugelassen", sagte Ivanschitz.

Auch Christian Fuchs zeigte sich zufrieden. "Die Generalprobe ist geglückt. Wir haben das, was wir uns vorgenommen haben - früh zu stören - vor allem zu Beginn hervorragend gemacht, dadurch sind auch die Tore gefallen", analysierte der Neo-Kapitän. "Im Großen und Ganzen hatten wir die besseren Chancen, und wir haben wenig zugelassen. Ich finde, der Sieg geht in Ordnung, auch wenn wir spielerisch nach vorne noch Luft nach oben haben."

Die Brust wächst
Der erste Erfolg über die Türken seit fast 24 Jahren sei wichtig fürs Selbstvertrauen. "Da wächst die Brust schon ein wenig", sagte der angestammte Linksverteidiger, der diesmal zu Testzwecken als offensiver linker Mittelfeldspieler agierte. "Das war ungewohnt, man bekommt weniger Bälle. Aber es geht darum, dass die die Mannschaft erfolgreich ist, nicht um einzelne Spieler." Das vierte Spiel ohne Niederlage - eine längere Serie legte das ÖFB-Team zuletzt von Oktober 2006 bis März 2007 hin (2:1 Liechtenstein, 2:1 Schweiz, 4:1 Trinidad & Tobago, 1:1 Malta, 1:1 Ghana) - ist laut Fuchs ein Beleg für den Aufwärtstrend. "Man sieht eine Tendenz, dass eine gewisse Konstanz da ist."

Sebastian Prödl sprach wie seine Kollegen sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte des Erfolgs an. "Das Spiel gegen den Ball, die Räume eng machen - das hat hervorragend funktioniert. Verbessern müssen wir, dass wir in Ballbesitz den Gegner zum Laufen bringen, mehr Räume erspielen und zu mehr Chancen kommen."

Starker Rückhalt
So wie der Innenverteidiger leistete auch Goalie Robert Almer einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die Partie ohne Gegentor beendet wurde. Der Schlussmann vom deutschen Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf betrieb damit bei seinem Verein Werbung in eigener Sache, schließlich ist noch nicht sicher, ob er zu Saisonbeginn die Nummer eins sein wird. "Deshalb ist dieses Spiel für mich persönlich sehr wichtig", meinte der Steirer. Die Entscheidung wird Trainer Norbert Meier laut Almer ein bis zwei Tage vor dem Auswärtsspiel der ersten DFB-Cup-Runde am Sonntag gegen Wacker Burghausen bekanntgeben.

Unverständnis gegenüber Scharner
Paul Scharner scheint nach seinem spektakulären Abgang niemand im Team zu viele Tränen nachzuweinen, eher herrscht allgemeines Unverständnis vor. "Es ist für uns alle überraschend gekommen, damit hat keiner gerechnet", erklärte Neo-Kapitän Christian Fuchs. "Man ist natürlich schon enttäuscht. Paul hat sich dafür entschieden. Damit ist es für uns abgehandelt." Auch für Andreas Ivanschitz kam Scharners Vorgehensweise wie aus heiterem Himmel. "Er war zuletzt ein bisschen ruhiger. Wir waren alle überrascht." Der Mainz-Legionär bedauerte die Störgeräusche am Matchtag und ließ Unverständnis für das Verhalten des 40-fachen Internationalen erkennen. "Eine Stammplatzforderung gibt es im modernen Fußball nicht. Das ist kein Punkt, den man fordern kann. Der Teamchef hat auch gesagt, dass wir 24, 25 Spieler sind, von denen jeder die Berechtigung hat, zu spielen. Jeder von uns muss sich aber auch beweisen. Das ist ein gesunder Mannschaftsgeist und Konkurrenzkampf, so soll es im heutigen Fußball ablaufen. Ich kann die Entscheidung des Teamchefs nachvollziehen."

Positive Gruppendynamik
Laut Ivanschitz wurde das Thema mannschaftsintern schnell angehakt, um gegen die Türken mit voller Konzentration bei der Sache zu sein. "Am Spieltag kann sich keiner damit beschäftigen." Sebastian Prödl, Scharners nunmehriger Ex-Konkurrent um einen Platz in der Innenverteidigung, bemerkte nach dem Abschied des HSV-Spielers eine positive gruppendynamische Entwicklung. "Die Mannschaft ist sehr gut mit dieser Entscheidung umgegangen. Gegen die Türkei hat man auf dem Feld gesehen, dass wir zusammengerückt sind, dass unsere Marschroute nur 'gemeinsam' lauten kann."

Achselzuckend nahm Goalie Robert Almer die Posse zu Kenntnis. "Das ist zu akzeptieren, wir haben uns dann nur aufs Match konzentriert." Veli Kavlak meinte: "Er war ein Kollege von uns. Wir haben ihn geschätzt, aber so ist es im Fußball."

Kommentare

Was tut uns sehr gut? Das Ergebnis, ok, das tut gut. Aber die Leistung?
Wenn wir im September so gegen die Deutschen auftreten, verlieren wir zweistellig!
Diese Selbstbeweihräucherung ist so was von lächerlich. Aber sie tut halt sooo gut!

War-Lord
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Hat da ein Österr. auch ein Tor geschossen??? Oder war das wie bei den Olymp. Sommerspielen, wo die anderen die Arbeit erledigt haben *grins... Und da schimpfe noch jemand in Österreich über Asyl-Heime und Zugereiste... :-) ... naja, der typische Österreicher ist leider als Fußballer nicht zu gebrauchen, weil der sitzt grad beim 3. Bier und bei der Käsekrainer ums Eck am Würstelstandl und freut sich über einen 2:0 Sieg der heimischen "Ausländer" über die ausländischen "Ausländer" :-) ...

War-Lord
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... Ich mein ich kenn mich ja mit Fußball nicht so gut aus... aber würd es lustig finden, wenn der österr. Türke gegen den türkischen Türken spielen würde...oder der österr. Jugoslawe gegen den jugoslawischen Jugoslawen :-) ...und dann steht der österr. Österr. beim Würstelstand auf und freut sich auch, dass der Zugereiste ein Tor fürs Heimatlandl gschossen hat ... :-) Ich glaub ich muss mir in Zukunft wieder mehr die Matches anschauen...doch echt witzig...

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