Österreich Rundfahrt von

Horror am Kitzbüheler Horn

7,1 Kilometer, bis zu 22 Prozent Steigung und unheimliche Hitze - die Quälerei beginnt

Österreich Rundfahrt - Horror am Kitzbüheler Horn © Bild: GEPA/Ebenbichler

Temperaturen um die 30 Grad, teils heftige Gewitter und ein Monster von einem Berg - das erwartet das Feld der 64. Österreich Rundfahrt heute auf der 2. Etappe, wenn es auf das Kitzbüheler Horn geht. 7,1 Kilometer ist der Anstieg lang, der dem Feld eine maximale Steigung von 22 Prozent vors Rad knallt. Logisch, dass am Horror-Horn schon die Weichen in Richtung Gesamtsieg gestellt werden. Auf Lokalmatador Thomas Rohregger, den Horn-Sieger von 2007, wartet ein "Stall-Duell" mit dem Dänen Jakob Fuglsang.

Von zwölf Etappensiegern auf dem Kitzbüheler Horn haben sieben danach die Rundfahrt gewonnen. Das zeigt, dass es auch auf den weiteren sechs Etappen durchaus Möglichkeiten gibt, Zeit herauszuholen, der Rückstand am Sonntag in 1.670 m Höhe (Höhendifferenz 865 m) darf allerdings nicht zu groß sein.

Rohregger, der auf dem Weg zu seinem Gesamtsieg 2008 auf dem Horn Zweiter war, weiß um die Schwierigkeiten. "Das Horn ist ein Hund. Man braucht einen sehr guten Tag und muss sich die Kraft gut einteilen. Wenn man überdreht, büßt man das auf dem letzten Kilometer", erklärte der 29-jährige Tiroler. Das Horn ist sein Lieblingsberg, dennoch lässt er es im Training links liegen. "Ich fahre es immer nur einmal im Jahr, um mir die ganze Motivation aufzuheben."

Konkurrenz aus dem eigenen Stall
Auch diesmal will der einzige heimische Anwärter auf den Gesamtsieg die bestmögliche Leistung bieten. Allerdings gibt es starke Konkurrenz im eigenen RadioShack-Rennstall. Der Däne Fuglsang will die Österreich-Rundfahrt zur Frustbewältigung nützen. Der 27-Jährige war als Kapitän für den Giro d'Italia vorgesehen, mit Rohregger als Helfer. Doch eine Knieblessur machte ihm einen Strich durch die Rechnung und auch aus dem Antreten bei der Tour de France wurde nichts. Nach einem Disput mit der Teamführung in der vergangenen Woche darf der dänische Zeitfahr-Meister mit Kletter-Qualitäten heuer auch keine World-Tour-Rennen mehr bestreiten.

Fuglsang zeigt dennoch Kampfgeist. "Es war eine schwierige Situation. Ich hätte jetzt auch auf Urlaub fahren können, aber ich möchte meine gute Form nützen. Ich will nach der Enttäuschung erst recht Rennen gewinnen." Die Rolle des Chefs im Team werde sich nach der Horn-Etappe entscheiden, sagte der Ex-Mountainbiker, der 2010 Gesamt-Dritter der der Tour de Suisse war. "Wenn Thomas stärker ist, bin ich bereit, ihm zu helfen."

Oldie mit Kampfansage
Auch ein Ex-Giro-Sieger macht aus seinen Ambitionen kein Hehl. Danilo di Luca, Gewinner der Italien-Rundfahrt von 2007, greift mit 36 Jahren nach dem Gesamtsieg in Österreich. "Meine Form ist sehr gut. Das Kitzbüheler Horn ist die wichtigste Etappe, da will ich bei den Besten sein", erklärte der Profi des Drogerieketten-Teams Acqua e Sapone.

Sauber war er nicht immer in seiner langen Karriere. 2009 wurde er vor einer Giro-Etappe in Innsbruck ins Rosa-Trikot des Spitzenreiters eingekleidet, einige Wochen später wurde ihm der zweite Gesamtrang nachträglich wegen Dopings aberkannt. Der Radprofi aus den Abruzzen hat nach der Sperre den Weg zurück geschafft, bei den jüngsten italienischen Titelkämpfen wurde er Zweiter.

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