Öffentlicher Verkehr steht heute still: Ab 21 Uhr streiken italienischen Eisenbahner

Auch Zugverbindungen von Österreich sind betroffen Bedienstete protestieren gegen den Personalmangel

Heute soll der öffentliche Verkehr in Italien praktisch stillstehen: Neben dem "wilden Streik" bei der Fluglinie Alitalia wollen dann auch die Eisenbahner für 24 Stunden ihre Arbeit niederlegen. Der Protest soll um 21.00 Uhr beginnen. Der Ausstand betrifft auch den Schienenverkehr von Österreich nach Italien bzw. vice versa.

Die ÖBB-Sprecher für den Personenverkehr in Tirol und Kärnten, Rene Zumtobel und Christoph Posch, betonten gegenüber der APA, dass der angekündigte Streik von italienischer Seite noch nicht bestätigt sei. Sollte wirklich protestiert werden, ist die Verbindung von Österreich nach Italien auf beiden Strecken aber nur geringfügig betroffen.

Auf der Südbahn sind die Eurocity-Züge 32 und 33 am Freitag in beide Richtungen bis Venedig gesichert. Der Eurocity 31 und der Euronight 235 werden laut Posch aber nur bis Villach geführt. Bis Venedig gibt es dann einen Schienenersatzverkehr mit Bussen. Posch: "Allerdings nicht retour von Venedig."

Auf der Brennerstrecke wird der Bahnhof Brenner nicht angefahren, sagte Zumtobel. Die Züge enden im Regionalverkehr am Bahnhof Brenner See. Laut Auskunft der italienischen Bahn sind die Züge von und nach Rom (EC 84 und 85) am Freitag trotz Streiks gesichert. Ausfallen dürfte aber der Zug von Innsbruck nach Lienz am Freitag um 14.36 Uhr.

Die Bediensteten der italienischen Bahn protestieren gegen angeblichen Personalmangel, der die Effizienz der italienischen Staatsbahnen (FS) stark belastet. Laut Gewerkschaften fehlen der staatlichen Eisenbahngesellschaft 1.200 Mitarbeiter. Beklagt werden finanzielle Schwierigkeiten im Cargo-Bereich sowie unzureichende Sicherheitskontrollen.

Die Gewerkschaften protestieren gegen die von der Regierung Berlusconi im Rahmen des Haushaltsgesetzes 2006 beschlossene Reduzierung der Finanzen für die FS. 2006 werden die italienischen Bahnen vom Staat Subventionen von 1,5 Milliarden Euro erhalten, im vergangenen Jahr waren es noch 7,5 gewesen. (apa/red)