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Bahn fährt schwarze Zahlen ein

Christian Kern darf sich schon für 2012 über eine positive Bilanz freuen

ÖBB - Bahn fährt schwarze Zahlen ein © Bild: APA/Schlager

Ein Jahr früher als erwartete könnte es den ÖBB gelingen wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Wenn die Konjunktur nicht völlig einbricht dürfte bereits 2012 ein Plus gelingen. Dazu trägt auch bei, dass in Österreich immer mehr Menschen mit der Bahn fahren.

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) könnten schon 2012 schwarze Zahlen schreiben, hält ÖBB-Chef Christian Kern gegenüber dem "WirtschaftsBlatt" (Montagausgabe) fest: "Wir haben die ersten sechs Monate deutlich im Plus abgeschlossen und sind in allen Bereichen sehr zufrieden". Wenn die Konjunktur nicht völlig einbreche, seien im Konzern bereits heuer schwarze Zahlen möglich. Die genauen Zahlen würden derzeit noch erstellt, es sehe aber ausgesprochen gut aus, und zwar "nicht nur operativ, sondern auch nach dem Finanzergebnis", so der Bahnchef. Die ÖBB seien heuer auf ihrem Sanierungskurs vorangekommen - sowohl bei der Infrastrukturtochter als auch im Personen- und Güterverkehr. Bisher habe es heuer im Personenverkehr beim Umsatz und den Ticketverkäufen ein Plus von rund drei Prozent gegeben.

Laut den bisherigen Vorgaben von Eigentümervertreterin und Verkehrsministerin Doris Bures (S) war von einer Rückkehr in die Gewinnzone erst 2013 ausgegangen worden war. 2011 betrug der ÖBB-Verlust 28 Millionen Euro, 2010 noch 329 Millionen Euro.

Mehr Bahnkunden
Zum positiven Ergebnis trug sicher auch bei, dass die Anzahl der Bahnfahrer insgesamt steigt. Die Zahl der Reisenden im Personenverkehr lag bei 244 Millionen Fahrgästen, nach 242,1 Millionen im Jahr 2010. Dies geht aus dem Jahresbericht der Schienen-Control hervor. Der Marktanteil der Privatbahnen stieg von 12,9 auf 13,6 Prozent, wobei sich der Markteintritt der Westbahn im Dezember 2011 noch nicht nennenswert niederschlug. Der Güterverkehr entwickelte sich im Vorjahr relativ stabil. Die Pünktlichkeit erhöhte sich im Personen- und im Güterverkehr.

Markant sei im Personenverkehr der Westbahn-Markteintritt zu Jahresende gewesen. "Der Wettbewerb, der nun im Personenverkehr auf der Westbahnstrecke stattfindet, hat das Angebot für die Fahrgäste erweitert und führt zu einer Qualitätsverbesserung", so Schienen-Control-Geschäftsführerin Maria-Theresia Röhsler heute, Mittwoch, in einer Pressemitteilung.


Verbessert hat sich dem Bericht zufolge die Pünktlichkeit, die im Personenverkehr auf 96,6 Prozent (2010: 94,2 Prozent) stieg. Dabei wurden im Nahverkehr 97 (95,2) Prozent erreicht, im Fernverkehr 87 (75,5) Prozent. 34 Prozent der Verspätungen im Fernverkehr seien durch die Nachbarbahnen verursacht worden. Im Güterverkehr konnte die Pünktlichkeit leicht auf 68,9 (68,3) Prozent erhöht werden. Auch die ÖBB wird immer pünktlicher. Als pünktlich gewertet werden Personenzüge mit einer Verspätung von maximal fünf Minuten, bei Güterzügen liegt der Schwellenwert bei 15 Minuten.

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